Sydney - Die Sonnenabstinenz der Australier hat auch ihre Kehrseite: Nachdem Ärzte der Bevölkerung seit Jahren raten, die UV-Strahlen wegen der Gefahr von Hautkrebs zu meiden, leiden viele Menschen einer am Montag veröffentlichten Studie zufolge unter Vitamin-D-Mangel. Dieser kann zu Osteoporose führen, einem Verlust der Knochenfestigkeit. Fast 23 Prozent der Frauen und 76 Prozent aller Bewohner von Pflegeheimen in Australien litten an Vitamin-D-Mangel, heißt es in der vom "Medical Journal of Australia" veröffentlichten Studie. Die Rate sei damit viel höher als bisher angenommen. Höchste Hautkrebsrate macht vorsichtig Wegen der in Australien besonders starken UV-Strahlung wird der Bevölkerung seit Jahren geraten, nicht ungeschützt ins Freie zu gehen: Sonnenschutzmittel und das Tragen einer Kopfbedeckung sind für viele Menschen selbstverständlich geworden. Das Land hat weltweit die höchste Hautkrebsrate. Studienleiterin Caryl Nowson von der Deakin-Universität in Geelong erklärte nun, wichtig sei, die richtige Balance zwischen einem empfehlenswertem Aufenthalt in der Sonne und dem Schutz vor Hautkrebs zu finden. Bei der so genannten Vitamin-D-Synthese setzen die UV-Strahlen eine chemische Reaktion in Gang, die das für den Aufbau und den Erhalt der Knochen notwendige D-Vitamin bildet. Eine Sprecherin des Australischen Krebsrats erklärte, eine geringe Dosis Sonnenlicht sei für die meisten Menschen ausreichend, genügend Vitamin D zu produzieren. Die Studie rufe nicht zur Vernachlässigung des Sonnenschutzes auf. (APA/AP)