Warschau/Lodz - Marek Edelman, der letzte überlebende Kommandant des Aufstands im Warschauer Ghetto im Jahr 1943, hat in einem offenen Brief die palästinensischen Untergrundorganisationen zum Ende der Selbstmordanschläge aufgerufen. "Wir haben niemanden unserer Soldaten in den sicheren Tod geschickt" schrieb der in Lodz lebende Edelman in seinem Appell. Es sei an der Zeit, dass "jeder versteht, dass man niemandem das Leben gedankenlos nehmen darf". Palästinenser und der Staat Israel müssten sich ändern, betonte Edelman. "Ihr müsst den Frieden wollen, um das Leben von hunderten, vielleicht tausenden Menschen zu retten, um eine bessere Zukunft (...) für Eure Kinder zu schaffen." Er wisse aus eigener Erfahrung, dass in einer solchen Situation viel von den Anführern abhänge, betonte Edelman, der stellvertretender Kommandant der Jüdischen Kampforganisation gewesen war. Damals, als die Warschauer Juden um ihr nacktes Überleben kämpften, hätten sie niemals ihre Waffen gegen wehrlose Zivilisten gerichtet. Seine Erkenntnis sei aber auch, dass sich ein Partisanenkrieg gegen eine Armee nicht gewinnen lasse. "Einige von Euch haben in meiner Stadt studiert und kennen mich persönlich", heißt es in Edelmans Brief an die Kommandanten und Kämpfer der Palästinenser-Organisationen. "Ihr seid weise und intelligent genug um zu verstehen, dass es ohne Frieden keine Zukunft für Palästina gibt und dieser sich nur durch Nachgeben auf beiden Seiten erreichen lässt." (APA/dpa)