Wien - Um dem Schweizer Großinvestor Martin Ebner aus der Patsche zu helfen, haben eine Reihe von Banken die Rückzahlung von Krediten ein Jahr lang ausgesetzt. Auch die heimische Bank Austria und die Raiffeisen Zentralbank (RZB) stunden Ebner die Rückzahlung seiner Kredite, schreibt das "WirtschaftsBlatt" in seiner Ausgabe von morgen, Dienstag. Dem Vernehmen nach soll Ebners Schuldenstand bei internationalen Großbanken auf zehn Mrd. Schweizer Franken (6,88 Mrd. Euro) angestiegen sein.Im schlimmsten Fall Aktien Bei der Vereinbarung mit den Banken soll es um ein Gesamtobligo von 6,5 Mrd. Franken gehen. Die Bank Austria und RZB wollen ihr Engagement bei Ebner mit Hinweis auf das Bankgeheimnis weder bestätigen noch dementieren, doch laut Schweizer Finanzkreisen ist es zu "100 Prozent" erwiesen, dass die beiden Austro-Player hier involviert sind. "Ebner hat seine Kredite mit Aktien besichert. Im schlimmsten Fall bekommen die Banken Aktien statt Geld. Mit der Stundung der Kredite hat Ebner jetzt Zeit gewonnen, um aus der Krise herauszukommen", sagt ein Schweizer Banker dem "WirtschaftsBlatt". Ebner selbst verweigert jeden Kommentar. Neben der Bank Austria und RZB sind noch die Londoner HSBC, die Westdeutsche Landesbank, die Credit Suisse, die Zürcher Kantonalbank und zwei Schweizer Regionalbank vom "Fall Ebner" betroffen. Erst in der Vorwoche hat Ebners BZ-Group nach Gerüchten um einen akuten Liquiditätsengpass die Mehrheit an vier Fonds im Wert von drei Mrd. Franken veräußert. (APA)