Salzburg - "Vor rund 150 Jahren wurden die Bären in Österreich ausgerottet. Seit vergangener Woche kann nun erstmals wieder ein junger Bär im Salzburger Gebiet des Nationalparks Hohe Tauern bestätigt werden." Dies teilte Montagabend Nationalparkreferent Landeshauptmann Franz Schausberger (V) mit. Die Nationalparkverwaltung wurde vergangene Woche vom Schafzuchtverband informiert, dass im Fuscher Nationalparkgebiet an die fünfzehn unerklärliche Schafrisse gemeldet wurden. Die eingeleiteten Untersuchungen ergaben, dass es sich um einen Braunbären handeln müsse. Dies bestätigte auch der Kärntner Bärenanwalt, Bernhard Gutleb, der auf Grund der Fährtengröße feststellen konnte, dass es sich bei dem Bären um einen etwa 2,5 Jahre alten und rund 100 Kilogramm schweren Braunbären handelt. Scheues Tier Angst vor Begegnungen mit den großen Allesfressern, deren Männchen bis zu 250 Kilogramm schwer werden, brauche man aber nicht zu haben. Es bestehe absolut kein Grund zur Panik so Schausberger. Braunbären sind nämlich nachtaktiv und, so die Experten, besonders in freier Wildbahn sehr scheu und haben außerdem sehr gute Sinnesorgane. Begegnungen sind daher äußerst selten. Bären haben sich normalerweise längst schon verzogen, bevor es zu einer Begegnung mit Menschen kommt. Sollte es jedoch zu einer Begegnung kommen, dann sollte man durch Reden auf sich aufmerksam machen und sich langsam vom Bären entfernen. Bärengebiete in Östereich Die klassischen Bärengebiete in Österreich umfassen die Karawanken, die Karnischen Alpen und Gailtaler Alpen in Kärnten und Osttirol sowie die Nördlichen Kalkalpen in der Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich. Die Bestandsschätzung für Österreich liegt in der Größenordnung von 25 bis 30 Bären. Im Bundesland Salzburg gab es in den vergangenen zehn Jahren nur vereinzelte kurzfristige Bärensichtungen im Lungau. Heuer im Frühjahr wurde auch in Rauris bei einer Skitour eine frische Bärenfährte gesichtet. "Dass sich erstmals seit der Ausrottung der Bären in Österreich vor 150 Jahren wieder ein Braunbär in Salzburg aufhält, beweist Salzburgs Anstrengungen nach dem Nationalpark Motto Schützen und Nützen und ist für mich auch Beweis und Auszeichnung für die Qualität des Nationalparks Hohe Tauern und für die funktionierende Zusammenarbeit von Nationalparkverwaltung, Jägerschaft und Grundeigentümern", schloss der Landeshauptmann. (APA)