Den Haag - In den Niederlanden nimmt die Zahl der Sonntagskinder ab. Nur noch 11,6 Prozent aller neuen Erdenbürger kommen sonntags zur Welt, hat das Statistische Amt der Regierung in den Niederlanden ermittelt. In der Wochenmitte werden dagegen heute um 15,6 Prozent aller Geburten registriert. 1950 hatten sich die Geburten noch gleichmäßig auf alle Wochentage verteilt, es waren je Tag rund 14 Prozent. Anlass für die Verschiebung zu Lasten der Sonntagskinder ist nach Angaben der Statistiker die Praxis der Krankenhäuser, an Wochenenden möglichst auf künstliche Einleitung des Geburtsvorgangs zu verzichten. Dies gelte auch für Feiertage. Die Statistiken für Geburten in der eigenen Wohnung zeigten solche Veränderungen nicht. Etwa 70 Prozent der gebärenden Niederländerinnen bringen ihre Kinder im Krankenhaus zur Welt. Bei einem Drittel wird die Geburt künstlich eingeleitet, berichtete am Freitag die Zeitung "de Volkskrant" . In den vergangenen Jahren habe die Zahl der Geburten mit Hilfe des Kaiserschnitts zugenommen, schilderte das Blatt unter Berufung auf einen Krankenhaus-Gynäkologen. Auch Nachts sinke die Zahl der Geburten. Die Vereinigung der Geburtshelfer (KNOV) hat dagegen vor allzu viel künstlicher Steuerung der Geburtszeit gewarnt. "Die Natur sieht nun einmal vor, dass Kinder zu jeder Stunde des Tages geboren werden können", mahnte eine KNOV-Sprecherin. (APA)