Wien - Umweltstadträtin Isabella Kossina (S) präsentierte am Dienstag ihre Pläne zur Abfallvermeidung in Wien. Eine neu installierte Koordinationsstelle soll die Wiener Müllmengen in Zukunft klein halten, so die Umweltstadträtin in einer Pressekonferenz. Im nächsten Jahr würden fünf Millionen Euro für die Müllvermeidung in Wien zur Verfügung stehen. Kossina appellierte laut Aussendung, beim Einkauf auf die Verpackungsmaterialien zu achten: "Alles, was ins Einkaufswagerl kommt, landet irgendwann im Müll." Abfallvermeidung bedeute letzten Endes auch die Verringerung von Rohstoff- und Energieverbrauch. Hier müsste vor allem Kindern beigebracht werden, wie man den Hausmüll gering halten kann, sagte die Umweltstadträtin: "Erwachsenen fällt es oft schwerer, eingefahrene Verhaltensweisen zu ändern." Müllberge werden immer größer Von 1996 bis 1999 seien die Müllmengen in Wien konstant von 850.000 Tonnen auf 940.000 Tonnen angestiegen, so Kossina. In den vergangenen beiden Jahren sei das Aufkommen gleich geblieben. Für das Jahr 2010 würden derzeit 1,86 Mill. Tonnen prognostiziert. Davon würden auf die MA 48 rund 1,14 Millionen Tonnen an Hausmüll und hausmüllähnlichem Gewerbemüll entfallen. Ohne zusätzliche Maßnahmen zur Vermeidung würde das Gesamtaufkommen um 19 Prozent zunehmen, hieß es. Die neue Koordinationsstelle unter Leitung der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) bereite Projekte vor, konzipiere sie und führe sie anschließend durch, so Kossina. Damit werde ein wesentlicher Punkt des Abfallwirtschaftsplans 2010 umgesetzt. Weniger Plastikgeschirr Als Beispiele für Wiener Initiativen zur Müllvermeidung nannte Kossina etwa das mit Industriegeschirrspülern ausgestattete "48er Geschirrmobil", das für Festveranstaltungen angemietet werden kann. Damit könne die Belastung von Plastikgeschirr und -besteck gering gehalten werden. Wegen der hohen Auslastung soll im Herbst ein zweites Geschirrmobil in Dienst gestellt werden. Mit so genannten Verführungsschecks sollen die Konsumenten zum "immateriellen Konsum" etwa im Kultur- und Wellnessbereich gebracht werden. Die Neuauflage des Wiener Reparaturführers soll zur Wiederverwertung anregen. Die Müllvermeidung beginnt laut Kossina bereits bei den Kleinsten: Der Wiener Windeldienst wäscht Mehrwegwindeln, um die anfallende Menge an Wegwerfwindeln aus Kunststoff zu verringern. (APA)