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Foto: Archiv

Große Höhenunterschiede und Entfernungen machen die Besteigung des Dürrensteins – zwischen Ötscher und Hochkar – zu einem anstrengenden Unterfangen, das sich aber durch eine Übernachtung in der Ybbstaler Hütte in zwei Etappen teilen lässt.

Der Gipfel bietet alles, was des Bergsteigers Herz erfreut: eine nahezu unberührte Landschaft, Einsamkeit und eine traumhafte Aussicht bis zu den Hohen Tauern, zum Dachstein, Gesäuse und Toten Gebirge. Auf der Runde kommt man an drei malerischen Seen und am Grünloch auf der Gstettneralm vorbei, das als Kältepol Mitteleuropas gilt: Im Rekordwinter 1929 wurden dort minus 51° C gemessen. Auf dem Grund der Doline, in der man im Krieg Motoren auf ihre Kältefestigkeit prüfte, wachsen Pflanzen, die es sonst nur im hohen Norden oder in Sibirien gibt.

Der Dürrenstein ist ein herrlicher, aber auch gefährlicher Berg; bei unsicherem Wetter sollte man die Tour unterlassen, denn dann ist die Orientierung in der Gipfelregion schwierig, wie mehrere Unfälle beweisen. Natürlich lässt sich die Runde, die keine ausgesetzten Stellen aufweist, an einem Tag bewältigen, doch nur von ausdauernden und konditionsstarken Gehern. Die Distanz zwischen Ausgangs- und Endpunkt bewältigt man mit dem Bus oder einem Fußmarsch von etwa einer Dreiviertelstunde.

Die Route

Von der Töpperbrücke in Kasten geht es zum Beginn des Lechnergrabens, durch den man (rote Markierung) steil zur Gstettneralm aufsteigt. Über einen Sattel erreicht man die Ybbstaler Hütte. Ab Kasten 3½ Stunden. Die rote Markierung führt weiter zur Legstein-Jagdhütte, dann etwas steil durch Karrenfelder zum höchsten Punkt. Gehzeit ab Hütte 2½ Stunden. Auf einem Rücken steigt man zur Herrenalm ab, dann folgt steiles Gelände, durch das man zum Obersee gelangt. Ab Gipfel 1½ Stunden. Vorbei am Ludwigfall wandert man nun ständig bergab, passiert den Mittersee und erreicht nach dem Schloss Seehof den Lunzer See, an dessen südlichem Ufer man nach Lunz gelangt. Ab Obersee 3 Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD, Printausgabe)

Gesamtgehzeit 10½ Stunden, Höhendifferenz 1400 m. Ybbstaler Hütte in der Saison durchgehend bewirtschaftet. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.00, Blatt 71 (Ybbsitz)