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Die Bonusmeilen haben die Steuerlust des Fiskus auf Mäxchen und alle anderen Arten von Treueprämien geweckt.

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Kaltenleutgeben - "Kundenbindungsprogramme sind steuerlich gleich zu behandeln. Es ist gleichgültig, ob Bonuspunkte von der AUA, Lufthansa oder von Handybetreibern gutgeschrieben werden." Wolfgang Nolz, Sektionschef der Steuerabteilung im Finanzministerium, will ab dem kommenden Jahr sämtliche Treuegutschriften, Bonusmeilen, Mäxchen, Mobilpoints, One-for-me-Punkte und Supermarktgutschriften wie Friends of Merkur, Billa und Bipa in ein neues Steuergesetz einbeziehen. Immer dann, wenn eine Gutschrift dienstlich erworben und dann privat konsumiert wird, will der Finanzminister ab 2003 mitkassieren. Wer also beispielsweise den Großteil seiner Handyrechnung vom Dienstgeber ersetzt bekommt, die dafür erhaltenen Treuepunkte des Netzbetreibers aber für den Kauf eines privaten Zweithandys oder für eine deutlich verbilligte Wochenendreise nach London einsetzt, muss dafür ab 2003 Steuer zahlen. Nicht betroffen sind weiterhin Treuepunkte, die privat "erworben" werden. Freibetrag Das neue Steuergesetz soll nach deutschem Muster alle Kundenbindungsprogramme erfassen, enthält aber einen Freibetrag, der in Deutschland 1200 Euro pro Jahr beträgt. Wird dieser Freibetrag überschritten, ist dann die gesamte Summe steuerpflichtig und wird vermutlich mit dem für den Steuerpflichtigen geltenden Steuersatz von bis zu 50 Prozent versteuert. Wer viel fliegt und im Ausland auch noch öfter zum Handy greift, könnte also schon bald eine neue Kategorie in seinere Steuererklärung finden. Völlig unklar ist allerdings noch die "Bewertung" der Gutschriften. "Im Falle der Bonusmeilen bei Airlines wird es wohl eine Quellensteuer werden. Anders, fürchte ich, ist es nicht zu machen," meint Sektionschef Nolz. Die Airlines müssten danach einen Teil der Gutschriften "in bar" an den Finanzminister überweisen, die Kunden bekämen dann "netto" weniger Meilen gutgeschrieben. Wer privat fliege und so Bonusmeilen lukriere, bräuchte eben eine zweite Sammelkarte, auf der dann die privaten Bonusmeilen verbucht würden. Diese unterliegen natürlich weiterhin keiner Steuer. Noch nicht endgültig geklärt ist auch die Frage, wie mit nicht konsumierten Bonusmeilen bei Airlines umgegangen wird. "Ich neige eher dazu, nur konsumierte Bonusmeilen einzubeziehen", meint Nolz. Jahresschnitt Wie private von dienstlichen Gutschriften bei Handys getrennt werden sollen, ist ebenfalls noch nicht geklärt. Denkbar ist, dass ein Jahresschnitt von dienstlichen und privaten Gesprächen ausgerechnet wird. Entsprechend danach sind dann die Bonuspunkte nur "dienstlich" zu verwenden - oder aber zu versteuern. (Michael Moravec, DER STANDARD, Printausgabe 7.8.2002)