Salzburg - Sintflutartige Regenfälle haben in der Nacht auf Mittwoch große Schäden in der Stadt Salzburg und den Bezirken Flachgau und Tennengau verursacht. An die 1.600 Feuerwehrleute standen seit gestern Abend im Einsatz, um Keller und Tiefgaragen auszupumpen, Schäden nach Murenabgängen zu beheben und weitere Überschwemmungen mit Sandsäcken zu verhindern. "43 Feuerwehren mit fast 1.600 Mann standen oder stehen im Einsatz", schilderte Herbert Bock vom Salzburger Landesfeuerwehrkommando. Im Flachgau (mit 37 Gemeinden, Anm. d. Red.) habe es überhaupt nur eine oder zwei Gemeinden gegeben, wo keine Einsätze nötig waren. Unzählige kleinere Bäche und Gewässer traten aus den Ufern. Die Salzach und die Saalach, die beiden größten Flüsse des Landes, überstiegen zwar die Hochwassergrenze, traten bisher aber nicht aus den Ufern, so Bock. In einer Nacht fiel fast so viel Regen wie sonst im ganzen August Von gestern Nachmittag bis Mittwoch um etwa 8.00 Uhr früh fielen in Salzburg rund 120 Millimeter Regen pro Quadratmeter, so Michael Staudinger, der Leiter der Wetterdienststelle Salzburg. Das seien rund drei Viertel jener Menge, die es im Schnitt im ganzen Monat August regnet. Heute werden noch 20 bis 30 Millimeter dazu kommen, so dass es dann an einem Tag die ganze Monatsmenge geregnet haben wird, so Staudinger. Katastrophenalarm Nach den extrem starken Regenfällen hat Bürgermeister Heinz Schaden (S) Teile der Stadt Salzburg zum Katastrophengebiet erklärt. Dies stellt sicher, dass Geschädigte Ansprüche an den Katastrophenfonds des Landes geltend machen können. Bürgermeister Heinz Schaden hat veranlasst, dass das Bürgerservice die Betroffenen hierbei unterstützt, Formulare für die Schadensanmeldung beim Land liegen auf. Laut Berufsfeuerwehr entschärfte sich die Situation am Vormittag wieder. Schäden in Millionenhöhe Am schlimmsten betroffen waren neben der Landeshauptstadt (im Bereich der Stadtberge) die Gemeinden Hallwang, Plainfeld, Obertrum und Eugendorf. Alleine in Hallwang hatte die Feuerwehr über 50 Einsätze zu leisten. Sowohl die Fischach als auch der Tiefenbach traten aus den Ufern und setzten zahlreiche Keller unter Wasser. Im Ortsteil Tiefenbach kam es auch zu einer Hangrutschung. Der Schaden in Hallwang wird nach ersten Schätzungen mit mehreren Millionen Euro beziffert. Die Bezirkshauptmannschaft des Flachgaues erhebt zur Stunde die Schäden. Zu weiteren bisher bekannten Schäden kam es im Raum Hallein, wo unter anderem die Wiestal- und die Krispler-Landesstraße überschwemmt und vermurt wurden. Murenabgänge gab es weiters in St. Gilgen sowie am Haunsberg, Überschwemmungen sind auch aus Oberndorf und Lamprechtshausen gemeldet. In Anthering wurden auch die Gleise der Lokalbahn unterspült. Großeinsatz der Feuerwehr In der Landeshauptstadt rückten die Helfer der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr 170 Mal aus. Schwerpunkte waren die Gebiete rund um den Gaisberg. Wegen der vielen Fälle mussten Betroffene bis zu einer Stunde auf Hilfe warten. Auf der Tauernautobahn musste Mittwoch früh aus Sicherheitsgründen die Überholspur zwischen Pass Lueg und Golling gesperrt werden. Vermutlich aus dem Fluchtstollen war so viel Wasser ausgetreten, dass es das Kanalsystem nicht mehr bewältigen konnte. (APA)