Wien – Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) müssen im Zuge des neuen öffentlichen Auftritts künftig ohne ihr altbekanntes Flügelrad im Logo auskommen. "Entsprechend der Strategie der Internationalisierung setzt das Unternehmen künftig auf das Wortlogo ÖBB", sagte Unternehmenssprecher Andreas Rinofner am Dienstag zur APA. Im Gegensatz zum Bildlogo sei das Wortlogo auch im Ausland klar erkennbar, so Rinofner.

Die gänzliche Abschaffung des in seiner jetzigen Form 28 Jahre alten Flügelrads – das liebevoll auch als Schnecke bezeichnet wird – soll laut Unternehmenskreisen aber an einigen "Schnecken-Fans" in den ÖBB gescheitert sein. Nach langen Diskussionen im Marketingausschuss des Aufsichtsrats wird es nun künftig laut dem offiziellen Corporate Design drei Varianten geben: Wortlogo mit Schnecke, Wortlogo ohne Schnecke und Schnecke ohne Wortlogo.

Auch Taurus-Lok muss an die Schnecke glauben

So fährt die neue Taurus-Lok, auf der anfangs nur die Schnecke prangte, nach der Umstellung genauso wie die neuen EuroCity-Waggons bereits nur noch mit der Aufschrift ÖBB. Auch die Werbelinie wurde von "nur Schnecke" auf "nur ÖBB" umgestellt. Im Briefverkehr geben sich die ÖBB hingegen noch traditioneller: Die Drucksorten werden nach wie vor mit Text- und Bildlogo geziert.

Und weil man natürlich nicht österreichweit alle Wegweiser auswechseln kann, wird der Pfeil zum ÖBB-Bahnhof – zur Freude der Schnecken-Fans – noch lange Zeit nur mit dem traditionellen Bildlogo gekennzeichnet sein.

Nostalgiefahrt

Wer dann noch immer nicht verwirrt ist, dem empfehlen ÖBB-Kreise eine Nostalgiefahrt mit der Mariazeller-Bahn. Auf deren Triebwagen prangt nämlich noch der Vorgänger der Schnecke, das traditionelle Flügelzeichen mit den Adlerschwingen und BBÖ für Bundesbahnen Österreich in der Mitte.

Ein komplett neues Logo, das das Chaos wohl perfekt machen würde, soll es entgegen anders lautender Medienberichte aber nicht geben. Der Hannoveraner Designprofessor Herbert Lindinger, der laut Zeitungsberichten ein neues Corporate Design entwickeln hätte sollen, habe in Wirklichkeit nur den Auftrag zur Neugestaltung der Waggons gehabt. Dabei habe Lindinger von sich aus auch ein neues Logo erarbeitet, das aber nie in Auftrag gegeben wurde und daher auch nicht zum Einsatz kommen werde, betonte ÖBB-Sprecher Rinofner. (APA)