Salzburg - Der Konflikt rund um den umstrittenen kaufmännischen Leiter der Salzburger Festspiele, Gerbert Schwaighofer, müsse versachlicht werden, sagte Festspielintendant Peter Ruzicka am Donnerstag. Vorerst gelte das Schweigegebot für alle Mitarbeiter der Festspiele, das er, Ruzicka, gemeinsam mit Präsidentin Helga Rabl-Stadler festgelegt habe. Am 13. September wird sich das Kuratorium der Festspiele mit diesen Vorwürfen auseinander setzten. "Davor, noch während der Festspielzeit, müssen die Abteilungsleiter mit Schwaighofer reden, ihre Vorwürfe genauer formulieren und diese auch belegen", sagte Ruzicka heute. "Erst nach dieser internen Aussprache mache es Sinn, wenn die Sache ins Kuratorium getragen wird", so der Festspielintendant knapp. Bis diese Angelegenheit bereinigt sei, werde Schwaighofer jedenfalls sein Aufgaben wahrnehmen. Die sieben Abteilungsleiter der Festspiele hatten in einem gemeinsamen Brief an das Festspiel-Kuratorium erklärt, mit dem kaufmännischen Leiter nicht mehr zusammen arbeiten zu wollen, meldet die Info-Illustrierte "News" in ihrer aktuellen Ausgabe. In dem Brief hatten sie Schwaighofer "mangelnde Führungskompetenz" und "Störung des Betriebsklimas" vorgeworfen. Reaktionen "Keiner der Briefschreiber will irgendetwas kommentieren, wir sind in Diskussion", erklärte Pressesprecherin Susanne Stähr, die den den Brief ebenfalls unterzeichnet haben soll, am Mittwoch auf Anfrage. "Dieser Brief wird sehr, sehr ernst genommen," kommentierte Salzburgs Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Allerdings sei es "eine völlige Unzeit über interne, organisatorische und personelle Probleme zu diskutieren": Im Herbst werde das Problem um Schwaighofer konzentriert behandelt werden, "um Reibungsverluste und Verärgerungen in Zukunft zu vermeiden. Jeder, der zu dieser Sache jetzt noch etwas sagt oder schreibt, schadet den Festspielen, das gilt für alle Mitarbeiter des Hauses. " Kuratoriumsmitglied Bürgermeister Heinz Schaden (S) meinte: "Ich kommentiere es nicht. Die Festspiele laufen gut. Die ganze Angelegenheit wird dann Gegenstand der Kuratoriumssitzung am 13. September sein". Schwaighofer selbst erklärte auf Anfrage: "Ich kommentiere nichts, das ist so ausgemacht. [...] Ich stimme der Aussage von Bürgermeister Schaden zu. Mehr habe ich nicht zu sagen". "Störung des Betriebsfriedens" Dem Finanzchef werden in dem Brief, der auch Intendant Peter Ruzicka vorliegen soll, unter anderem Mangel an Führungs- und Sachkompetenz sowie "Störung des Betriebsfriedens" vorgeworfen. Schwaighofer hatte für Schlagzeilen gesorgt, als er vor der Premiere von "Don Giovanni" den Kollektivvertrag in Frage gestellt hatte, und daraufhin ein Streik drohte. (APA)