Wien - Der im Vorjahr ins Schleudern geratene niederösterreichische Autotextilhersteller Eybl International kommt schön langsam wieder in die Spur. Im ersten Halbjahr 2002 habe man operativ wieder schwarze Zahlen geschrieben, sagte Vorstandschef Johannes Elsner. Das Betriebsergebnis (Ebit) betrug 3,4 Mio. Euro nach minus zwei Millionen im Vorjahreszeitraum, das EGT war mit 0,24 Mio. Euro ebenfalls leicht positiv.Haken Der Haken dabei: In diesen Zahlen sind die Kosten der notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen noch nicht enthalten. Diese bezifferte Elsner mit 4,3 Mio. EURO, sodass das EGT nach Restrukturierungskosten ein Minus von 4,1 Mio. EURO aufweist. Der Großteil dieser Kosten sei für den Personalabbau sowie für Maßnahmen zur Verbesserung der Produktivität aufgewendet worden. Die im April abgegebenen Prognosen für das Gesamtjahr seien "abgesichert", da sich die Auftragslage trotz rückläufiger Autokonjunktur auf hohem Niveau befinde, so Elsner. Das Ebit werde 8,4 Mio. EURO, das EGT 2,7 und der Umsatz 418,8 Mio. EURO betragen. Die Eigenkapitalquote soll auf 20 Prozent verdoppelt werden. Sparstift Bei den Mitarbeitern regiert weiterhin der Sparstift. Elsner will von derzeit über 3800 bis zum Jahresende auf 3200 kommen. Vom Personalabbau am meisten betroffen ist das Werk im rumänischen Deta, das Hauptproblemkind des Unternehmens. Die dortige Produktion von Lederlenkrädern wird Anfang nächsten Jahres endgültig geschlossen, nur die Fertigung von Sitzbezügen soll aufrechterhalten werden. Auch das Werk in Silz in Tirol, in dem sicherheitstechnische Textilien hergestellt wurden, wird zugesperrt. Betroffen davon sind 38 Mitarbeiter, von denen laut Elsner "neun oder zehn" im Hauptwerk Krems weiterbeschäftigt werden. Berichte, wonach bei der bevorstehenden Kapitalerhöhung Investoren rund um den Badener Anwalt Rudolf Fries die Mehrheit an Eybl übernehmen würden, sei eine "Ente", heißt es bei Eybl. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 8.8.2002)