Wien - Der stellvertretende FPÖ-Chef Verteidigungsminister Herbert Scheibner tritt für eine Fortsetzung der Koalition mit der ÖVP nach der Nationalratswahl im kommenden Jahr ein. "Das wird erst der Wähler entscheiden, dann kommen Regierungsverhandlungen. Aber aus meiner Sicht wäre das sicherlich die beste Lösung", so Scheibner im "Neuen Volksblatt" (Donnerstag-Ausgabe). Die Programmatik des belgischen Vlaams Blok lehnt Scheibner ab. Es sei aber niemandem verboten, eigene Erfahrungen zu machen, betonte er. Hinsichtlich der öffentlichen Aussagen des früheren FPÖ-Chefs Jörg Haider meinte der stellvertretende Parteiobmann, "ich bin sicher, dass uns viele Parteien insgeheim um Jörg Haider beneiden, der aus einer Kleinpartei eine Partei mit 27 Prozent gemacht und die FPÖ in die Regierung geführt hat". Es sei nicht zu vermeiden, dass verschiede Diskrepanzen auch öffentlich diskutiert werden; diese Diskussion habe aber auch "zu einer neuen Dynamik geführt". Und: "Im übrigen würde ich mir erwarten, dass sachlich nicht fundierte Äußerungen anderer Landeshauptleute ebenso kritisiert und diskutiert werden." Gemeint seien damit alle Landeshauptleute außer Waltraud Klasnic. Zur Debatte um den nach der Alko-Affäre zurück getretenen Sozialsprecher Reinhart Gaugg räumte Scheibner ein, diese habe der Partei nicht gut getan. Allerdings: "Ich war schon sehr überrascht, dass da Leute, die in der Öffentlichkeit Gaugg als bestgeeignet bezeichnet haben, in geheimer Abstimmung anders votierten. Man fragt sich, ob es da etwas zu verbergen gibt." Das nunmehrige Ende der Affäre - Gauggs rasche Konsequenzen seien anzuerkennen - sei wahrscheinlich auch für den Betroffenen das beste, "weil der Terror, der gegen ihn stattgefunden hat, für ihn sehr belastend war". Er gehe nun von einer Neuausschreibung des Postens in der Pensionsversicherung aus.(APA)