Tokio - Japan will sieben asiatische Länder bei der Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen unterstützen. Wie am Donnerstag aus dem Umweltministerium in Tokio verlautete, zielt der Vorschlag vor allem auf Ausbildungs- und gemeinsame Forschungsprojekte zur Verringerung der Luftverschmutzung in China, Indien, Indonesien, Malaysia, Thailand, Vietnam und den Philippinen.Keine Summen Eine Summe wurde nicht genannt. Einzelheiten sollen erst in Gesprächen mit den einzelnen Staaten ausgearbeitet werden, nachdem der Plan auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung vorgestellt wurde. Der Gipfel vom 26. August bis 4. September in Johannesburg ist als Fortsetzung des Umweltgipfels von Rio de Janeiro vor zehn Jahren gedacht. Japan hat das Kioto-Protokoll zum Klimaschutz im Juni ratifiziert. Politikexperten zufolge will sich Japan die geplante Unterstützung anderer Staaten auf seine eigenen Bemühungen um eine Senkung des Schadstoffausstoßes anrechnen lassen. Dies wurde 1997 beim Klimagipfel in Kioto unter dem Begriff "Emissionenhandel" als Maßnahme erlaubt, vor allem auf Drängen der Delegationen der hochindustrialisierten Staaten. Experten für den Klimaschutz kritisieren, dass dieser Emissionenhandel nichts anderes sei als der Versuch solcher Staaten, ihrer Wirtschaft Maßnahmen zur Senkung des Schadstoffausstoßes zu ersparen. Die USA haben diese Form des Emissionenhandels noch nicht eingeplant, sie haben das Kioto-Protokoll noch gar nicht unterschrieben. (AP, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 09.08.2002)