Wien - Durch die geplante Übernahme der Beratungssparte des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PwC) durch den weltgrößten Computerkonzern IBM entsteht in Österreich ein Consultingunternehmen mit rund 300 Mitarbeitern. 200 davon kommen aus dem Bereich IBM Global Services, 100 von PwC Consulting (PwCC).Zu einer Personalreduktion werde es nicht kommen, versicherte Herwig Gangl, Österreich-Chef von PwCC: "Beziehungen zu Kunden lassen sich einfach nicht in ein neues Unternehmen transferieren, wenn man Mitarbeiter nicht auch transferiert - daher wird es kein Köpferollen geben." "Das ergänzt sich perfekt" In Österreich gebe es "große Begeisterung über den Zusammenschluss", so Marcel Greutmann, IBM-Vorstand des Bereiches Global Services. Jeder der beiden Partner habe eine "spezielle strategische Ausrichtung, sowohl was die Branchen als auch was die Dienstleistungen betrifft. Das ergänzt sich perfekt." Das Produktportfolio könne durch den Zusammenschluss verbreitert werden, vor allem deshalb, da die Aktivitäten von IBM im Consultingbereich "am wenigsten ausgeprägt gewesen seien", so Greutmann. PwCC profitiere besonders von den dazu gewonnenen Kompetenzen im Bereich Outsourcing. Zwei Entwicklungen am Beratungsmarkt hätten den Deal beschleunigt. Einerseits übe die US-Börsenaufsicht nach diversen Bilanzskandalen wie Enron großen Druck auf Wirtschaftsprüfungsfirmen aus, das Consultinggeschäft abzustoßen. Andererseits würden die Kunden verstärkt Komplettlösungen verlangen. Beraterbereinigung Derzeit würden sich 2200 Consultingfirmen den österreichischen Beratungsmarkt mit einem jährlichen Volumen von 600 bis 800 Mio. Euro teilen, so Gangl. Der PwCC-Mann rechnet, dass es in diesem Bereich in den nächsten Jahren zu einer Bereinigung kommen werde. Wer den neuen Consulter in Österreich leiten soll, stehe noch nicht fest. Man wolle zuerst die Organisation konkretisieren und erst dann über Personen sprechen, so Greutmann. Fix sei, dass der Name PwCC nach Abschluss des Deals voraussichtlich im August vom Markt verschwinden werde. Über einen gemeinsamen Namen werde zurzeit nachgedacht, sagte Gangl. Er könne aber ausschließen, dass die neue IBM-Sparte "Monday" heißen werde. Der Name war für PwCC vorgesehen, als nach dem gescheiterten Verkauf an Hewlett-Packard noch ein Börsengang des Consulters geplant war. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 9.8.2002)