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Foto: APA/Tobias Heyer
Entwarnung für die Mitarbeiter in der Consulting-Sparte des weltgrößten Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PwC): Nach der Übernahme durch den weltgrößten Computerkonzern IBM für umgerechnet 3,5 Mrd. Dollar (3,61 Mrd. Euro) soll kein Personal eingespart werden, betonte der Geschäftsführer PwC Consulting in Österreich, Herwig Gangl, am Donnerstag vor Journalisten. Die Integration soll in Österreich bereits im vierten Quartal und international bis zum Jahreswechsel abgeschlossen sein. "Bei dieser Größenordnung wollen wir bleiben" Insgesamt entsteht durch die Zusammenführung der bereits bestehenden Beratungssparte von IBM und der PwC Consulting in Österreich eine neue IBM-Beratungssparte mit 300 Mitarbeitern - 100 von PwC und 200 aus der IBM Global Services. "Bei dieser Größenordnung wollen wir bleiben. Restrukturierungsmaßnahmen wird es definitiv keine geben", betonte Marcel Greutmann, IBM Österreich-Vorstand für den Bereich Dienstleistungen. Es gebe im Portfolio kaum Überschneidungen zwischen den Unternehmen: "Als Mitbewerber sind wir uns recht wenig begegnet." Zudem sei das Beratungs- und Service-Geschäft nach wie vor ein Wachstumsbereich, so Greutmann. Den Beratungsmarkt in Österreich schätzt Gangl auf etwa 600 bis 800 Mill. Euro, das jährliche Wachstum liegt im einstelligen Prozentbereich. Weltweit rund 60.000 Mitarbeiter Weltweit kommt die neue IBM-Unit auf rund 60.000 Mitarbeiter, je zur Hälfte IBM und PwC. Chef der Sparte wird Ginni Rometty, zur Zeit General Manager von IBM Global Services in Amerika. Wer die Leitung des neuen Bereichs in Österreich übernimmt, steht noch nicht fest. Grundsätzlich sollen die Führungspositionen gleichmäßig zwischen IBM und PwC aufgeteilt werden, so Greutmann. Auch ein Name für den neuen IBM-Bereich, der mit dem Merger neu gegründet wird, steht noch nicht fest. "Monday" - als Name für PwC Consulting gehandelt, als statt dem Verkauf noch ein Börsegang des Beraters geplant war - wird es nicht werden. Grundsätzlich werde eine Namensänderung aber vorgeschrieben, betonte Gangl. Die offenen Entscheidungen sollen gefällt werden, sobald der Deal endgültig fixiert ist. Bis Ende August sollen die Wettbewerbsbehörden den Merger genehmigen. Danach müssen auch noch die Partner von PwC dem Deal zustimmen. Obwohl die Partner durch den Merger ihren Partnerstatus verlieren, ist ihre Zustimmung laut Gangl dennoch sicher. Druck PricewaterhouseCoopers war nach dem Enron- und anderen Buchführungsskandalen unter verstärkten Druck gekommen, sich wegen möglicher Interessenkonflikte von der PwC Consulting zu trennen. "Kunden, die wir geprüft haben, wollten sich nicht mehr von uns beraten lassen", berichtete Gangl. Nach dem Verkauf sei die Unabhängigkeitsbescheinigung durch die US-Börsenaufsicht SEC sicher. Die PwC Consulting erwartet für das Geschäftsjahr 2002 einen Umsatz von 4,9 Mrd. Dollar. IBM forciert mit der Übernahme weiter seinen Servicebereich. Die IBM Dienstleistungssparte Global Services ist mit einen Umsatz von 35 Mrd. Dollar schon jetzt größer als die Computer- und Softwaresparten des Konzerns. (APA)