Wien/St. Pölten - Gegen Hochwasser sei im niederösterreichischen Kamptal nur eine kleine Minderheit der Haus- und Grundbesitzer versichert, weiß Heinrich Piringer, Koordinator für Katastrophenschutz bei der Landesregierung. Kein Wunder auch: "Seit 30 Jahren hatte es dort keine größeren Überschwem-mungen gegeben."Also seien viele Betroffene auf Hilfe aus dem Katastrophenfonds angewiesen, der durchschnittlich 20 Prozent der Schäden ersetzt: In den Gemeinden, sagte Piringer, seien die Feststellungskommissionen schon unterwegs. "Das ist die schlimmste Naturkatastrophe, die ich während meiner 36 Jahre in der Branche erlebt habe", meint indes Generaldirektor Johannes Coreth von der bei Objektpolizzen in Niederösterreich führenden Brandschadenversicherung. Überblick über die in Rechnung zu stellenden Schäden sei "frühestens am Montag" zu erwarten. Ein Großteil der Polizzen jedoch dürfte nur einen Teil der Sanierungskosten abdecken. "Nicht ganz so dramatisch" habe es hingegen die Landwirtschaft getroffen, erläutert Kurt Weinberger, Vorstandssprecher der Österreichischen Hagelversicherung. Grund dafür: Im August seien 99 Prozent aller Ackerfrüchte und 95 Prozent des Grünlandes bereits abgeerntet. (bri/DER STANDARD, Printausgabe 10./11.08.2002)