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Gut gelaunt unterhalten sich am Freitag in Berlin Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD,M), Pop-Sängerin Jeanette Biedermann (l) und Universal-Chef Tim Renner.

Foto: APA/Marcel Mettelsiefen
Das illegale Herunterladen von Musik aus dem Internet soll der Vergangenheit angehören: Am Freitag startete die Universal Music Deutschland in Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder den ersten legalen Online-Musikvertrieb in Deutschland. Unter Popfile können 5.000 Titel des Unternehmens für 99 Cent pro Stück gekauft und auf CD gebrannt werden, wie Universal-Chef Tim Renner in Berlin sagte. Damit solle den illegalen Tauschbörsen Paroli geboten werden. Neue Lieder ebenfalls im Angebot Bisher hätten die legalen Angebote gefehlt, sagte Renner. Im Gegensatz zu anderen Angeboten im Netz biete popfile.de den Musikfans nicht nur Hits aus dem Katalog der Musikfirma, sondern auch die neuesten Songs, lange bevor sie auf CD erhältlich seien. Am gleichen Tag, an dem sie im Radio gespielt würden, seien sie auch online zu erhalten. So könne man sich das Suchen in den Tauschbörsen sparen. Bis Ende des Jahres sollten noch einmal 15.000 Titel hinzukommen. Bezahlt wird den Angaben zufolge über die Telefonrechnung oder über ein Guthaben-System. Sicherheit und Leistungsfähigkeit Musikfans haben auf Musik aus allen Bereichen Zugriff, wie es hieß. Es gebe neben Pop-, Techno-, Hip-Hop- und Soul-Titeln auch klassische Musik. Für das Download-Portal habe Universal eine Projektpartnerschaft mit der Telekom geschlossen. Auf diese Weise werde ein Höchstmaß an Sicherheit und Leistungsfähigkeit geboten. Die Plattform solle nicht auf Universal beschränkt bleiben. Die Musikindustrie sei eingeladen, auch die Musik ihrer Künstler auf dem Portal zum Herunterladen anzubieten. Die Musikdateien sind den Angaben zufolge elektronisch geschützt. Beim Brennen einer CD werden die Daten des Nutzers mittels eines digitalen Wasserzeichens auf die CD übertragen. Schweigen über Umsatzerwartungen Keine konkreten Auskünfte erteilte Universal über die Umsatzerwartungen. "Natürlich soll popfile auch Gewinn abwerfen", heißt es. Wichtiger sei, den Nutzern zu zeigen, ihre Stimme verstanden zu haben. Zudem werde der gesamten Branche demonstriert, dass es sich lohne, auf die Nutzer und ihre Bedürfnisse zu hören. Renner erklärte, es werde weiter illegale Börsen geben. Diese könnten nur mit legalen Angeboten bekämpft werden. "Es geht um nicht weniger als die wirtschaftliche Existenz einer ganzen Branche mit all ihren Künstlern und kreativen Szenen. Musik darf und wird es auch morgen nicht umsonst geben, sonst droht ein Gau in diesem wichtigen Kulturbereich", sagte er. Die Musikindustrie hat auf Grund so genannter Free-Download-Angebote im Internet in den vergangenen Monaten beträchtliche Verluste erlitten. Weltweit laden auf diese Weise 90 Millionen Nutzer kostenlos Musiktitel auf ihre Computer. (APA/AP)