New York - Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat am Freitag ihre jüngste Prognose über eine mögliche Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) revidiert und erwartet nun für die am Dienstag anstehende Sitzung eine Senkung des Zinssatzes um 50 Basispunkte. "Wir glauben, die Fed-Vertreter wollen verhindern, dass das derzeitige wirtschaftliche Zögern sich zu einer breiten Wirtschaftsschwäche weiterentwickelt", sagte Dick Berner, Chefvolkswirt bei Morgan Stanley. Die US-Wirtschaft laufe Gefahr wieder in eine Rezession abzukippen, sagte er mit Blick auf die schwachen Verbraucherausgaben. Sollte die Fed den Zinssatz nicht am Dienstag ändern, werde sie dies aber bei dem für den 24. September anberaumten Treffen tun. Meinungsumschwung Bei jüngsten Umfragen hatte das Bankhaus noch angegeben, der für die Geldpolitik verantwortliche Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) werde die Zinsen mit 1,75 Prozent unverändert auf dem niedrigsten Niveau seit 40 Jahren belassen. Die Verbraucherausgaben, auf die rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung entfallen, legten in der Zeit von April bis Ende Juni lediglich 1,9 Prozent zu, nachdem es im ersten Quartal noch 3,1 Prozent gewesen waren. Die Sorge um eine mögliche neue Rezession nach einer nur kurzen Erholung ("Double-Dip") hatte an den US-Aktienmärkten zuletzt für Spekulationen um eine weitere Zinssenkung der Fed gesorgt. Dies war laut Händlern einer der Gründe für die kräftige Kurserholung in den vergangenen Tagen. Bei einer Umfrage vom Mittwoch rechnete aber die große Mehrheit der Primärhändler von US-Staatsanleihen nicht mit einer Senkung der US-Leitzinsen im laufenden Jahr - trotz der jüngsten Zinshoffnungen an der Wall Street. 17 der von Reuters befragten 21 Primärhändler gingen vielmehr davon aus, dass die US-Notenbank den Zinssatz unverändert belassen werde. Vier Befragte erwarteten eine Senkung vor Jahresende. Mitte Juli waren noch neun der befragten Händler von einer Anhebung der Zinsen im laufenden Jahr ausgegangen. (APA/Reuters)