Wien - Der Österreichische Fußball-Bund distanzierte sich am Samstag gegenüber der APA in einer Stellungnahme des Technischen Direktors und U-21-Nationaltrainers Willi Ruttensteiner von den Berichten über die GAK-Fußballakademie. "Ich kann das für die Nachwuchs-Nationalmannschaften nur zurückweisen. Dem ÖFB ist ein derartiges Vorkommnis nicht bekannt. Ich denke nicht, dass das auch bei anderen Akademien so zu sehen ist." Der für die Verwaltung der GAK-Akademie zuständige Administrator Wolfgang Kohlfürst hatte am Freitag bestätigt, dass sich jüngere Kicker einem demütigenden Initiationsritus, dem so genannten "Pastern" unterziehen mussten. "Pastern" ist ein uralter Brauch bei Sportvereinen und auch in Internaten, die Hinterteile der Neuankömmlinge werden von den Älteren mit brennenden Salben und/oder Schuhpasten eingeschmiert und danach mit Schlapfen oder anderen Gegenständen verprügelt. Beim GAK wurde dieser ohnedies absurde Brauch übertrieben, einem 15-Jährigen wurde von Mitbewohner ein Klobesen in den Anus eingeführt, die Tatbestände der Nötigung und vorsätzlichen Körperverletzung wurden erfüllt. Ruttensteiner will dieser Geschichte genau nachgehen. "Wir werden diese Sache bis ins kleinste Detail prüfen. Ich habe auch bereits mit der Akademie Kontakt aufgenommen." Gerüchte, wonach es ähnliche "Aufnahmerituale" auch in ÖFB-Auswahlen gegeben haben soll, wies Ruttensteiner zurück. "Aber wir nehmen das sehr, sehr ernst und werden diese Thematik mit allen Verantwortungsträgern aufarbeiten." (APA)