Ankara - Der Hungerstreik politischer Häftlinge in der Türkei hat am Samstag ein 53. Menschenleben gekostet. Nach mehr als einjähriger wiederholter Nahrungsverweigerung starb die 30-jährige Fatma Bilgin in einem Krankenhaus in Ankara, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi (AA) berichtete. Sie war wegen Mitgliedschaft in der verbotenen linksextremistischen Partei der Revolutionären Volksbefreiungsfront (DHKP-C) inhaftiert. Die Frau war in der vergangenen Woche ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Hungerstreikenden aus meist linksgerichteten Organisationen protestieren mit ihrer im Oktober 2000 begonnenen Aktion gegen ein neues Haftsystem, das die Unterbringung in Ein- oder Drei-Bett-Zellen im Gegensatz zu den früheren Gemeinschaftsschlafsälen vorsieht. Die Gefangenen machen geltend, dass sie in den kleinen Zellen stärker der Willkür und Gewalt von Polizei und Wachpersonal ausgesetzt seien. Derzeit befinden sich noch rund 100 Gefangene im Hungerstreik. Sie nehmen lediglich Vitamine und Zuckerwasser zu sich.(APA/AP)