Internet-Auktionen entwickeln sich derzeit zu einem echten Massenphänomen. Bei dem meistbesuchten Anbieter eBay [2] helfen neue Programme, das Objekt der Begierde automatisch zu ersteigern. Doch eBay hat diese Sniper inzwischen verboten, berichtet das Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe. Sekunden-Krimi bei Online-Auktionen Einen Moment nicht aufgepasst, und schon war der Konkurrent schneller und hat die Digitalkamera mit dem höchsten Gebot zum richtigen Zeitpunkt abgestaubt. "Echte Schnäppchenjäger geben ihr Angebot erst kurz vor dem Ende der Auktion ab," erklärt c't-Redakteur Axel Kossel. "Dadurch hat die Konkurrenz wenig Zeit zu reagieren." Da bleibt nur die schnelle Reaktion am Computer - oder ein Programm, das den Kaufwütigen die Arbeit abnimmt. Beim Bieten auf dem letzten Drücker helfen so genannte Sniper. Diese Hilfsprogramme und Internet-Dienste schalten sich automatisch kurz vor Ende der Auktion ein und geben ein Gebot ab. Eine Garantie, dass Sniper die Verbindung zu eBay nicht aus irgendeinem Grund zu spät herstellen oder es irgendwo ganz hakt, gibt es aber nicht. "Ein reines Glücksspiel" eBay hat diese Sniper in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) inzwischen verboten. "Wenn die Mehrzahl der Bieter mit Snipern arbeiten sollte, läuft der Ausgang einer Auktion auf reines Glücksspiel hinaus," so c't-Experte Axel Kossel. "Da vergeht vielen nicht nur der Spaß, sondern eBay dürfte dann auch härter und konsequenter dagegen vorgehen." Bisher hält sich der Auktionsbetreiber in Deutschland mit Klagen oder Sperrungen von einzelnen Bietern noch zurück. Allerdings lassen sich Sniper, die vom heimischen Rechner aus arbeiten, auch nicht nachweisen. Geben die Nutzer ihr Angebot aber über einen Server im Internet ab, weil sie dafür ihren PC nicht eingeschaltet lassen müssen, kann eBay den Weg des Anwenders zurückverfolgen und ihn von weiteren Auktionen aussperren. (ad)