München/Berlin - Im Wettstreit um die insolvente KirchMedia sind drei Bieter für die Endrunde ausgewählt worden. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zählt das Hamburger Konsortium um die Verlage Bauer und Springer nicht dazu. Ein Sprecher der Kirchmedia wollte nach der Auswahl am Freitagabend nicht sagen, wer in die nächste Runde gekommen ist.Weder Silvio Berlusconi noch Rupert Murdoch dabei Laut "Spiegel" gehört das Konsortium aus Commerzbank und dem Hollywood-Studio Columbia mit einem Angebot von 2,3 Milliarden Euro ebenso zu den Kandidaten wie der US-Medienunternehmer Haim Saban und der französische Medienkonzern TF1, die gemeinsam 2,6 Milliarden Euro bieten. Dritter im Bunde ist danach eine Gruppe um die Investmentbank Lehman Brothers, darunter die Kingdom Holdings des saudiarabischen Prinzen Walid und der Handelskonzern REWE, deren Angebot bisher bei 2,5 Milliarden Euro liege. Auch die Kirch-Altgesellschafter Silvio Berlusconi und Rupert Murdoch sind demnach nicht im Bieterkreis vertreten. Bieterkonstellationen seien noch offen für Veränderungen Vorerst nicht weiter im Rennen sind laut "Spiegel" der US-Medienkonzern Viacom sowie das Konsortium Axel Springer Verlag, Heinrich Bauer Verlag und HypoVereinsbank, an dem auch der Spiegel-Verlag eine Beteiligung prüfe. Die Bieterkonstellationen seien noch offen für Veränderungen. Insider rechneten etwa damit, dass Commerzbank und Columbia sich um die HypoVereinsbank und den Bauer Verlag verstärken könnten, schreibt das Hamburger Magazin weiter. Unterdessen befürwortete die Springer-Mehrheitsaktionärin Friede Springer in der "Welt am Sonntag" ein Engagement des Verlags im Radio- und Fernsehmarkt, schloss aber auch einen Verzicht nicht aus. "Sicher ist es besser, wenn wir nicht nur Printmedien haben, sondern auch am Radio und Fernsehen beteiligt sind", sagte sie. "Wenn wir da verstärkt Fuß fassen könnten, wäre ich sehr dafür. Wir können aber auch ohne Fernsehen erfolgreich sein." Verkaufsoption Im Streit mit Großaktionär Leo Kirch will Friede Springer die geplante außerordentliche Hauptversammlung Ende September nutzen, um dessen "absurde Vorwürfe" gegen den Verlag aus der Welt zu schaffen. Kirch vertritt die Ansicht, dass der Springer-Vorstand mit der Ausübung der Verkaufsoption seines 11,5-Prozent-Anteils an Kirchs Fernsehkonzern ProSiebenSat1 Media nicht nur ihm sondern auch dem Gesamtverlag geschadet hat. Dies möchte er durch das Votum einer Hauptversammlung bestätigt wissen. (APA)