Wien - Der Tag eins nach der Fusion von BA und CA zur Bank Austria-Creditanstalt (BA-CA) war unter den dafür Verantwortlichen von Erleichterung geprägt. Der technische Zusammenschluss sei klaglos und früher als geplant erfolgt. "Statt von Samstag auf Sonntag um drei Uhr in der Früh haben wir schon um 2.45 Uhr auf den Knopf gedrückt", sagte BA-CA-Sprecher Martin Hehemann dem STANDARD. Mit der durchgezogenen Fusion ist die Creditanstalt als eigenständiges Institut endgültig Geschichte; trotzdem bleibt in der neuen Bank viel von der "alten" CA erhalten. So hat die Bank Austria beispielsweise bereits vor zwei Jahren das EDV-System der Creditanstalt übernommen. Begründet wurde dies damit, dass das CA-System "besser für die Zukunft geeignet" sei. Stark vertreten bleiben die CA-Farben auch im mittleren Management der neuen Bank. Während sich in der Top-Ebene BA-Leute durchgesetzt haben, wird die zweite Führungsebene der Bank Austria Creditanstalt zu 50 Prozent von ehemaligen CAlern dominiert. Ein Viertel des Führungspersonals stammt aus BA-Reihen, ein Viertel ist von außerhalb dazugestoßen. Von der CA übernommen wird auch der Slogan "Die Bank zum Erfolg". Auch die klare Trennung zwischen Privatkunden- und Firmenkundengeschäft, eine Stärke der Creditanstalt, wird von der neuen Bank beibehalten. Spezialisten in Sorge Probleme hat am Montag der starke Ansturm von Kunden auf die neue Homepage der BA-CA bereitet. "Wir haben zehnmal mehr User gehabt als an normalen Tagen, an denen wir etwa 50.000 Zugriffe verzeichnen. Das System war überlastet", sagte Hehemann. Bereits am Dienstag sei mit Entspannung zu rechnen, auch weil der "Effekt des Neuen, das alle sehen wollen", nachlassen werde. Wer am Montag die gewohnten Homepages von CA oder BA angeklickt hat, wurde automatisch in die Homepage der neuen Bank weitergelotst. Das äußere Erscheinungsbild der Bank wird sich schrittweise ändern. Begonnen wird mit einer Filiale in Inzersdorf bei Wien, die Ende August als erste das neue Logo erhalten wird. Bis Ende des Jahres will man 60 Filialen auf das neue Design umgestellt haben, bis 2004 sämtliche 400. Sorgen machen sich unterdessen die knapp 160 Mitarbeiter, die mit der technischen Zusammenführung der zwei Banken betraut waren und nun um ihre Zukunft bangen. "Die gehen wieder zurück, wo sie vorher waren", sagte BA-CA-Sprecher Hehemann. Rund ein Dutzend Leute sei "Fulltime" mit dem Projekt beschäftigt gewesen, gut 140 hätten die Hälfte oder zwei Drittel ihrer Arbeitszeit der Zusammenführung gewidmet. (Günther Strobl, DER STANDARD, Printausgabe 13.8.2002)