Belgrad/Pristina - Der am Sonntag festgenommene ehemalige Kommandant der Kosovo-Befreiungsarmee UCK, Rustem Mustafa alias Remi, muss sich wegen der Folterung und Ermordung von mindestens fünf Menschen verantworten. Dies verlautete am Montag aus Kreisen der UNO-Verwaltung im Kosovo (UNMIK). Mustafa war am Sonntag von UNO-Polizisten im Stadtzentrum von Pristina auf Antrag internationaler Justizbehörden festgenommen worden. Mustafa soll innerhalb von drei Tagen einem internationalen Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der dann über die Verhängung der Untersuchungshaft entscheiden wird. Mustafa war während des Kosovo-Kriegs UCK-Kommandant in der Region südwestlich von Podujevo. Kosovo-Albaner demonstrieren Mehrere tausend Albaner haben am Dienstag im Kosovo nach einer Serie von Festnahmen mutmaßlicher Extremisten protestiert. In der Stadt Podujevo im Norden der von den Vereinten Nationen verwalteten Provinz verlangten mehr als 3.000 Demonstranten die Freilassung der Inhaftierten, wie Augenzeugen berichteten. Die Proteste seien zunächst friedlich verlaufen. UNO-Polizisten und Soldaten der Friedenstruppe KFOR haben seit Sonntag einen albanischen Milizenführer und sechs Extremisten festgenommen sowie einen Politiker wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit angeklagt. (APA)