Jerusalem - Die verschiedenen palästinensischen Gruppierungen sollen unter einem Dach zusammenfasst werden. Zu diesem Zweck trafen sich am Montag Vertreter der Gruppen in der Stadt Gaza. Ziel ist die Schaffung einer "Führung der nationalen Einheit", in die auch militante Organisationen wie die Hamas eingebunden werden sollen. Hinter der Initiative steht als treibende Kraft die Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat. Dabei wird versucht, in Vorbereitung der für Jänner geplanten Wahlen in den Autonomiegebieten, eine einheitliche Position der Palästinenser zu erreichen. Die Fatah legte bei den Gesprächen ein Positionspapier vor, das zu einem Ende der Anschläge gegen Zivilisten in Israel aufrief, wie Teilnehmer der Gespräche mitteilten. Abwarten auf Zustimmung der Hamas Dem Vernehmen nach wurde das Papier in der Diskussion jedoch abgeschwächt. Im endgültigen Entwurf ist von einem Ende der Anschläge nicht mehr die Rede. Der Entwurf stützt offenbar auch den anhaltenden Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung. In dem Papier heißt es dazu: "Wir unterstreichen die Legitimation unseres Widerstandes gegen die (israelische) Aggression und die Besatzung und die israelischen Siedlungen." Dem Entwurf haben alle Gruppierungen grundsätzlich zugestimmt, die Hamas-Vertreter wollen sich vor einer formellen Zustimmung allerdings noch mit ihrer Führung abstimmen. "Ich hoffe, die Hamas wird uns in den nächsten Stunden ihre endgültige und offizielle Zustimmung geben", sagte Jamal Sakkot, der zu den Organisatoren der Einigungsgespräche gehört. Nach der Zustimmung aller soll eine 20-köpfige "Führung der nationalen Einheit" gebildet werden, der Vertreter aller Gruppen angehören sollen. Das Gremium soll sich vor den Wahlen mit Arafat und seiner Autonomiebehörde abstimmen. Die Machtbefugnisse und die Abgrenzung des Gremiums zur Autonomiebehörde sind jedoch unklar. In dem Entwurf heißt es, das Gremium werde sich am umfassenden Reformprozess aller palästinensischen Institutionen beteiligen. Die Einbeziehung der Hamas und anderer militanter Gruppen begründet die palästinensische Führung damit, dass sie so einen größeren Einfluss auf diese Gruppierungen habe. Israel ist vor allem wegen der Beteiligung der Hamas skeptisch. Mark Sofer, ein Sprecher des israelischen Außenministeriums, erklärte: "Die Hamas ist eine Terrororganisation, die die Zerstörung Israels anstrebt, und alle Gespräche zwischen ihr und der Autonomiebehörde sind bislang ergebnislos geblieben." Die Hamas hat mehr Selbstmordanschläge in Israel verübt als alle anderen militanten palästinensischen Gruppen. (APA/AP)