Wien/Salzburg - Die Besucher der gestrigen Abendvorstellungen der Salzburger Festspiele konnten schließlich doch zu Fuß zu ihren Veranstaltungen gelangen. Auch die Premierengäste von "König Ödipus" im republic (dem ehemaligen Stadtkino, Anm.) konnten über die kurz zuvor für Fußgänger freigegebene Staatsbrücke spazieren. Die Gespräche im Foyer drehten sich naturgemäß mehr um die derzeitige Hochwasser-Tragödie als über Interpretationsfeinheiten bei Sophokles. Sämtliche für gestern, Montag, angesetzte Festspielveranstaltungen konnten tatsächlich stattfinden. Während die "Jedermann"-Vorstellung routinemäßig in das Große Festspielhaus verlegt wurde, kam es nur bei einem Konzert mit dem MET-Orchester unter James Levine zu einer halbstündigen Verzögerung. Die Musiker waren am Nachmittag in ihrem auf der anderen Salzach-Seite gelegenen Hotel festgesessen. Die unbedingt notwendige Einspiel-Probe konnte daher erst mit Verzögerung stattfinden, so Festspiel-Pressesprecherin Susanne Stähr gegenüber der APA. Nach der Entspannung der Hochwasserlage entlang der Salzach wird - nach jetzigem Stand - auch die für heute Abend geplante Premiere von Joachim Schlömers "The Day I Go to the Body" auf der Halleiner Perner-Insel planmäßig stattfinden. Gestern musste die Insel evakuiert, die Generalprobe abgesagt werden. Die technischen Anlagen sollen jedoch unbeschädigt geblieben sein, und auch die Zufahrt der Festspielbesucher scheint gesichert. (APA)