Brüssel/Frankfurt - Die Vereinigung europäischer Transportgewerbeverbände "Arbeitskreis Alpentransit" hat die EU-Kommission aufgefordert, gegen das geplante Nachfahrverbot für Lastwagen auf der Inntalautobahn zwischen Kundl und Hall während des Winterhalbjahres wegen zu hoher Luftverschmutzung einzuschreiten. Aus Sicht der Transportgewerbeverbände aus sieben EU-Staaten und der Road Transport Union (IRU) stellt der Plan eine "verschleierte Beschränkung des freien Waren- und Dienstleistungsverkehrs" in der EU dar. Damit plane die Tiroler Landesregierung einen "neuen Schlag gegen das europäische Transportgewerbe", heißt es in einer Aussendung der in Frankfurt ansässigen Vereinigung vom Montag. Die Frächter beanstandeten in einer Beschwerde an die EU-Kommission, dass der Plan, die Teilstrecke der Inntalautobahn künftig jeweils zwischen 1. Oktober und 31. März nicht nur für lärmarme, sondern generell für alle LKW zu sperren, mit zu kurzfristigen Messergebnissen von Schadstoffemissionen begründet worden sei. Der von der EU vorgeschriebene Prüfzyklus für Stickstoffdioxidimmissionen sei nicht eingehalten worden, erläuterte ein Sprecher des Arbeitskreises auf Anfrage. Die Messergebnisse bezögen sich lediglich auf drei aufeinanderfolgende Tage im November 1999. Der EU- Prüfzyklus schreibt dagegen Messungen während drei von fünf Jahren vor. Die Tiroler Landesregierung habe die entsprechende EU-Richtlinie als "Rechtfertigung" ihrer Maßnahme herangezogen, ihre Anforderungen aber "in keiner Weise erfüllt.". Ein Sprecher des Arbeitskreises warf den österreichischen Behörden "willkürliche Handlungen" vor. Es sei nicht einzusehen, dass etwa osteuropäische LKW unbeschränkt durch Österreich fahren dürften, während Frächter aus dem EU-Raum mit modernsten Emissionsstandards (Euro 3) Ökopunkte entrichten müssten. An EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio appellierte der Arbeitskreis, die Maßnahmen auf ihre EU-Konformität zu überprüfen und notfalls ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesregierung einzuleiten. Beschwerdeführer sind der AISÖ (Österreich), ASTAG (Schweiz), BGL (Deutschland), CONFETRA (Italien), FNTR (Frankreich), ITD (Dänemark), TLN (Niederlande) sowie die IRU. (APA)