Der Privatsender Kabel 1 beendet ein Kapitel deutscher Fernsehgeschichte: Am 31. Oktober wird sich das "Glücksrad", seit 14 Jahren auf dem Bildschirm, das letzte Mal drehen, wie Geschäftsführer Andreas Bartl am Dienstag der dpa sagte. Als Grund gab er die sinkenden Quoten der Spielshow an, in der die Kandidaten Wörter und Begriffe erraten müssen und am "Glücksrad" die Höhe ihres Gewinns erdrehen. "Wir haben mit großem Einsatz am "Glücksrad" gearbeitet, inhaltliche Optimierungen vorgenommen und wirklich alles getan, um frühere Reichweiten zu erzielen", sagte Bartl. "Aber offenbar ist das Rad der Zeit nicht mehr zurückzudrehen." Vor vier Jahren vom Schwesternsender Sat.1 übernommen Die Marktanteile der werktäglichen Spielshow liegen derzeit bei kaum mehr als zwei Prozent. Nur noch eine Million Menschen schauen pro Ausgabe zu. Kabel 1 hatte das "Glücksrad" vor vier Jahren vom Schwestersender SAT.1 übernommen und für personelle Veränderungen gesorgt: Statt des alten Duos Frederic Meisner/Peter Bond führte der beim Publikum beliebtere Meisner alleine durch die Sendung, die fast immer stumme Buchstabenfee Maren Gilzer widmete sich neuen Aufgaben und stieg als Schauspielerin in die ARD-Serie "In aller Freundschaft" ein. Für sie kam Sonya Kraus. Im vergangenen Jahr trat Meisner ab, Thomas Ohrner übernahm das Format, an seine Seite trat statt Sonya Kraus die aktuelle "Miss Germany" Kathrin Wrobel. "Doof bl.ibt doof." Die Bilanz der Show ist beachtlich. Mehr als 2500 Ausgaben sind bereits ausgestrahlt worden. Fast 13 000 Kandidaten versuchten ihr Glück am Rad, beinahe 9000 Geld- und Sachpreise im Wert von etwa 40 Millionen Euro gingen an die Mitspieler. Lange erinnerte eine Karikatur am Schwarzen Brett bei SAT.1 in Berlin an die lustigen Seiten der Rateshow. Darauf stand der für den überforderten Kandidaten zu erratende Begriff: "Doof bl.ibt doof." Nur noch einen Buchstaben musste er einbauen und sagte prompt: "Ich kaufe ein a". (APA/dpa)