Wien - Der österreichische Energiekonzern OMV ist durch die Hochwasserkatastrophe in mehreren Bundesländern nur am Rande betroffen. Der Betrieb mit seinen Produktionseinheiten sei "voll unter Kontrolle", sagte OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer am Dienstag im Halbjahrspressegespräch. Jedoch seien viele Tankstellen in Nieder- und Oberösterreich sowie Salzburg derzeit nicht erreichbar, so Vizechef Gerhard Roiss. Ein Krisenstab sei gebildet. Geradezu "prekär" sei die Lage dagegen in den überfluteten Gebieten in Tschechien, wo 50 Prozent der Tankstellen vom Hochwasser betroffen seien. Zum Teil musste man Roiss zufolge die dortigen Tankstationen auch evakuieren. Allerdings sei die Informationslage von dort recht dürftig. Vier Tankstellen nicht erreichbar In Österreich habe man - mit Stand 10 Uhr - lediglich vier Tankstellen schließen müssen, viele seien aber vorübergehend nicht erreichbar. Die Tanks vieler Stationen seien soweit möglich wiederaufgefüllt worden, um einen Auftrieb der unterirdisch angelegten Behälter durch zuströmende Wassermassen zu verhindern. In Oberösterreich sei dies wegen überfluteter Zufahrtsstraßen zum Teil gar nicht möglich gewesen, so Roiss. Probleme mit einer Verseuchung des Grundwassers gebe es keinerlei. Die in der Lobau in Wien angesiedelte Schmiermittelproduktion der OMV ist laut Ruttenstorfer nicht durch Überschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen. Dies sei auch nicht zu befürchten, da sich die Anlage eineinhalb Meter über dem normalen Bodenniveau befinde. Allerdings habe man dort die Verladungstätigkeiten einstellen müssen. OMV-Mitarbeiter bekommen Ruttenstorfer zufolge für die Teilnahme an Hilfeleistungen "unbegrenzt frei". Auch stelle man nicht benötigte Pumpen für Hochwassereinsätze zur Verfügung. Die Umwelttechnik-Tochter OMV Proterra GmbH. sei nun verstärkt mit der Beseitigung von Ölaustritten und anderen Hochwasserschäden befasst, berichtete der OMV-Chef. (APA)