Wien - Die Kirsch- und Weichselernte wird heuer in Österreich schwächer ausfallen als erwartet. Die Obstreferenten haben ihre Einschätzungen weiter nach unten revidiert. Die Schäden durch das derzeitige Hochwasser sind bei der Prognose allerdings noch nicht eingerechnet. Spätfrost, Trockenheit und Hagel seien für die Ernteausfälle verantwortlich, teilte die Statistik Austria am Dienstag mit. In fast 20 Prozent der Gemeindegebiete sei heuer Hagel zu verzeichnen gewesen. Auch Vogelfraß und Kirschfruchtfliegen, deren Larve die Frucht schädigt, seien regional als ertragsmindernd genannt worden. Kirschenernte unter Vorjahreswert Die heurige Kirschenernte lag mit 21.800 Tonnen um 32 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Bemerkenswert seien die großen Ertragseinbußen auf Extensivflächen (minus 33 Prozent) gewesen, woraus immerhin 96 Prozent des gesamten österreichischen Kirschenaufkommens stammten, während sich die Mindererträge auf Erwerbsobstflächen mit minus 4 Prozent in Grenzen hielten. Bei Weichseln war die Situation ähnlich. Die Extensiverträge fielen um 35 Prozent und die Intensiverträge um 0,1 Prozent. Es ergab sich eine Gesamternte von nur 3.700 t (minus 34 Prozent), meldete die Statistik Austria. Ananas-Erdbeeren Ananas-Erdbeeren brachten mit 16.800 Tonnen um fast 9 Prozent weniger Ernte als im Vorjahr, was das schlechteste Ergebnis seit 1998 darstellt. Die Ergebnisse lagen aber damit immer noch um 16 Prozent über dem 10-Jahres-Durchschnitt von 14.500 Tonnen. Die Erträge aus Intensivanlagen schwankten in den Hauptanbaugebieten zwischen 120 dt/ha (Oberösterreich) und 140 dt/ha (Niederösterreich). Bei Ribiseln konnten geringfügige Erntesteigerungen von einem Prozent festgestellt werden, wobei an roten und weißen Ribiseln 13.500 Tonnen und an schwarzen Ribiseln 5.800 Tonnen eingebracht wurden. Bei Winteräpfeln wird heuer eine überdurchschnittliche Ernte von 336.800 Tonnen (plus 10 Prozent) erwartet. Besonders hoch (plus 18 Prozent) dürften die Zuwächse im Extensivanbau ausfallen, aber auch Erwerbsanlagen könnten bis zu 4 Prozent zulegen. Allein aus der Steiermark werden mit einem Anteil von 61 Prozent an der Gesamtproduktion 206.400 Tonnen Winteräpfel erwartet, wobei dort 78 Prozent aus Intensivanlagen stammen. (APA)