Brüssel - Österreich kann bei der Beseitigung der Hochwasserschäden nur auf begrenzte Hilfe aus Brüssel hoffen. Wie ein Sprecher der EU-Kommission, Jean-Christophe Filori, am Dienstag in Brüssel erläuterte, seien die EU-Budgetmittel für Soforthilfe innerhalb der Europäischen Union vor einigen Jahren auf Initiative des Europäischen Parlaments gestrichen worden.Lediglich für Drittstaaten gibt es noch Katastrophen-Hilfsfonds. Für vom Hochwasser betroffene Länder wie Österreich, Italien oder Deutschland stehen aber nach Angaben der EU-Kommission noch eine Reihe anderer Möglichkeiten offen. So können sie etwa Gelder aus den EU-Strukturfonds für benachteiligte Gebiete in spezielle Hilfsprojekte umleiten. Die EU ist auch bereit, nationale Beihilfen für Landwirte zu genehmigen, deren Produktion infolge von Naturkatastrophen um mindestens 20 Prozent gefallen ist. Brüssel ist auch bereit, als Alternative für überflutetes Ackerland die Nutzung brachgelegter Agrarflächen zu erlauben. Österreich und Deutschland hätten bereits einen entsprechenden Antrag gestellt, sagte ein Sprecher. Italien hat bereits die Bewilligung vorzeitiger Auszahlungen der Agrarsubventionen an die Landwirte in den Katastrophenregionen beantragt. Den Bauern bringt dies Zinsersparnisse. Einen gewissen Spielraum für Hilfsmaßnahmen bieten auch die aus den nationalen und dem EU-Budget kofinanzierten Programme für die ländliche Entwicklung. Hier seien Umschichtungen im Rahmen der Budgetlinie 2000 bis 2006 möglich. (APA, DER STANDARD, Printausgabe 14.8.2002)