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Foto: Reuters/ Drake
Washington D.C./Seattle - Die aktuelle Studie des Fischereispezialisten Lorenz Hauser von der Universität Washington in Seattle warnt vor dem Verlust des Genpools bei Fischen: Durch die intensive Fischerei gehen so viele Spezies verloren, dass die genetische Vielfalt nicht mehr gewährleistet ist. Das führt dazu, dass Anpassungsfähigkeit und langfristige Produktivität gefährdet sind, schreibt der Forscher im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA (PNAS) . Üblicherweise bleiben trotz intensivem Fischfang immer noch genügend Tiere einer Art übrig, die den Fortbestand der Art gewährleisten. "Für die Fische bedeutet dies in der Regel einen Bestand von mehreren Millionen Tieren", so Hauser. Das Wissenschaftsteam hat die DNA von Populationen der neuseeländischen Goldbrasse (Pagrus auratus) verglichen, die von 1950, 1986 und 1998 stammen. Untersucht wurden die Sequenzen an bestimmten Punkten im Erbgut. Je jünger die Proben waren desto weniger unterschiedlich waren auch die Genvarianten. Dies führe zum Schluss, dass nur wenige der fortpflanzungsfähigen Tiere zur Vermehrung der Art beitragen. Die alleinige Größe einer Population kann daher nach Ansicht der Wissenschaftler nur begrenzt als Maßstab der genetischen Diversität dienen. Die Forscher kommen daher zum Schluss, dass die langfristige Produktivität stärker gefährdet ist, als bisher angenommen. Erst im Juli 2002 berichtete der British Wildlife Trust in BBC-online , dass der Nordsee-Kabeljau praktisch ausgerottet sei. "Der Kabeljau in der Nordsee ist nur aufgrund der Fischindustrie ausgerottet worden. Der meiste Kabeljau, der heute in England gegessen wird, kommt aus Island", so John Edwards. Der Wildlife Trust setzt sich unter anderem auch intensiv gegen den Einsatz von Schleppnetzen in der kommerziellen Fischerei ein. (pte)