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Foto: APA/ Duhr
Wien - Was Vogelschützer und auch Veterinärmediziner im Vorjahr schon befürchtet haben, ist eingetreten: Das durch ein Virus verursachte Amselsterben in Wien und Umgeben geht auch heuer weiter. Nachdem die Krankheit im Vorjahr den Amselbestand um 15 Prozent dezimiert hat, werden seit Juli 2002 wieder tote Vögel gefunden. Experten fürchten eine weitere Ausbreitung, derzeit wird untersucht, ob sich die Seuche auch auf andere Vogelarten auswirken könnte. Das Usutu-Virus gehört zu den so genannten Flaviviren, es ist mit den Erregern des West Nile-Fiebers und der Japanischen B Encephalitis verwandt und wird über Stechmückenarten übertragen. Neu ist, dass nun offenbar auch mitteleuropäische Mücken zu den Überträgern zählen. Offen blieb vorerst nicht nur, wie dieses Virus nach Österreich gelangte und warum es so tödliche Folgen hat, sondern auch, ob das Vogelsterben im Sommer 2001 ein Einzelereignis bleiben würden. Der Erreger dürfte in heimischen Stechmücken den Winter überstanden haben. Das lässt befürchten, dass die Epidemie auch in den kommenden Jahren andauert, die Experten erwarten sogar eine weitere Ausbreitung. Am stärksten betroffen dürfte heuer vor allem der Raum im Süden und Südosten Wiens sein, von Schwechat über Simmering und Favoriten bis Mödling und Baden. Derzeit wird untersucht, inwieweit sich die Epidemie auch auf andere Vogelarten ausdehnen könnte. So gab es im Jahr 2001 Hinweise darauf, im Tiergarten Schönbrunn starben fünf Bartkäuze. Heuer wurden bereits aus verschiedenen Teilen Österreichs vorerst noch ungeklärte Bestandseinbrüche bei häufen Arten wie Spatzen und Meisen gemeldet. Die Experten von BirdLife und der VUW bitten die Bevölkerung um ihre Mithilfe. Amseln und auch andere Vögel, die ohne erkennbaren Grund tot aufgefunden werden, sollen in Plastiksäcke verpackt und unter Angabe des Fundortes möglichst rasch am Institut für Pathologie der VUW, Veterinärplatz 1, 1210 Wien, abgegeben oder an das Institut versandt werden. (APA)