Wien - Die Hochwasserkatastrophe in Österreich beschert den Versicherungen weit höhere Schadenszahlungen als nach den ersten Tagen vermutet. Die Assekuranzen müssen ihre Schadensschätzungen laufend nach oben revidieren. Ein Ende ist noch nicht abzusehen: Viele Schadensmeldungen aus den betroffenen Gebieten langen erst nach Tagen bzw. nach einem Rückgang der Überschwemmungen ein. So ist etwa beim Generali-Konzern die geschätzte Gesamtbelastung seit Montag von 20 Mio. Euro auf bis zu 60 Mio. Euro angehoben worden. Auch die Allianz Elementar, der führende heimische Sachversicherer, rechnet, dass die ursprünglich genannte Schadens-summe von 50 Mio. Euro steigen wird. Die Wiener Städtische geht inzwischen von rund 15 Mio. Euro versicherten Schäden aus. Bei den von Generali nunmehr geschätzten rund 60 Millionen Euro Gesamtbelastung durch die Hochwasserschäden mit Stand vor dem Feiertag, entfallen etwa 20 bis 30 Millionen Euro auf Elementarschäden Privater, 15 bis 20 Millionen Euro auf Industrie- und Gewerbeschäden sowie fünf bis zehn Mio. Euro auf Kfz-Kasko-Schäden. Die Zahl der gemeldeten Schäden im Haus- bzw. Eigenheimbereich habe sich seit Montag von 1200 auf 2400 verdoppelt, jene an Autos von 300 auf 600, heißt es bei der Assekuranz. So kommen Geschädigte zu Geld In vielen überschwemmten Orten wurden STANDARD-Informationen zufolge Schadens-kommissionen eingerichtet. Hochwasseropfer sollten mit ihrer Gemeinde Kontakt aufnehmen und einen Termin vereinbaren, wann die Experten mit einem Gemeindevertreter zur Begutachtung des Schadens kommen können. Die Kommission hat Formulare mit, auf denen detailliert Schäden an Wohn-, Wirtschafts-und Betriebsgebäuden vermerkt werden. Sachverständige nehmen Schätzungen der Schäden vor. Beträge, die durch Versicherungen bereits gedeckt sind, werden abgezogen. Nach Abschluss der Erhebungen schicken die Gemeinden alle Niederschriften an die zuständige Abteilung der Landesregierung. Innerhalb von sechs Monaten nach dem Schadensfall können Protokolle noch nachgereicht werden. Nach der Prüfung der Förderanträge werden die Gelder über die Bezirkshauptmannschaften ausgezahlt. (APA, red, Der Standard, Printausgabe, 16.08.2002)