Kathmandu/Neu delhi/Manila - In Südasien haben schwere Unwetter in den vergangenen Tagen fast 900 Menschen das Leben gekostet. Am schwersten betroffen war Nepal, wo am Mittwoch zwei weitere Menschen unter einem Erdrutsch begraben und getötet wurden. Die Zahl der Todesopfer stieg damit auf 424. Über 250.000 Menschen wurden verletzt. Auch auf den Philippinen wüteten schwere Stürme. Dort kamen 22 Menschen ums Leben. "Rettungskräfte helfen den Überlebenden, und wir schicken Hilfsgüter in die betroffene Region", sagte ein Sprecher der nepalesischen Behörden. Im Bezirk Makwanpur, rund 160 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Kathmandu, breiteten sich Durchfallerkrankungen und Typhus aus. Die Kadaver toter Tiere haben Flüsse verseucht, es steht nicht ausreichend sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Wasserpegel Bangladesch - über sechs Millionen mussten ihre Häuser verlassen Im benachbarten Bangladesch waren die Wasserpegel in der vergangenen Woche zurückgegangen, nach neuen Regenfällen in dieser Woche wurde jedoch mit neuen Überschwemmungen gerechnet. Bisher wurden mindestens 157 Menschen in den Fluten getötet, mehr als sechs Millionen mussten ihre Häuser verlassen. Im ostindischen Unionsstaat Bihar standen weite Landesteile unter Wasser. Die Behörden gaben die Zahl der Todesopfer mit 265 an, in Assam wurden weitere 30 Menschen getötet. Die schwersten Überschwemmungen der vergangenen zehn Jahre Reißende Flüsse, die über die Ufer treten und Wassermassen, die tage- und wochenlang vom Himmel stürzen - auf der ganzen Welt sind jedes Jahr Millionen Menschen von Überschwemmungen betroffen. Die vergangenen Jahre 2002 - Durch den seit Juli andauernden Monsunregen werden in Indien, Nepal und Bangladesch fast 900 Menschen getötet. Mehrere Millionen werden obdachlos. Auch in China sterben rund 800 Menschen. Dort sind 100 Millionen Menschen von Überschwemmungen betroffen, 1,8 Millionen Menschen müssen ihre Häuser verlassen. 2000 - Im Nordwesten Indiens sterben mehr als 1.350 Menschen durch die Überflutungen. 1999 - Mehr als 1.000 Menschen ertrinken im Norden Chinas. 1998 - In Mexiko sterben 1.000 Menschen bei Überschwemmungen. In Pakistan verlieren 1.500 Menschen ihr Leben. In Indien sterben insgesamt mehr als 2.800, in China über 4.000. In Bangladesch gibt es 1.200 Tote, 30 Millionen Menschen verlieren dort ihr Obdach. Zwei Drittel des Landes sind überflutet. 1997 - 2.200 Tote werden nach Überschwemmungen im Süden Somalias gezählt. 1996 - In Zentralchina sterben 3.000 Menschen. 1995 - 125 Millionen Chinesen sind von Überschwemmungen betroffen, 1.500 sterben. 1994 - In China gibt es 2.000 Tote, in Indien fallen 1.200 Menschen den Wassermassen zum Opfer. 1993 - 2.000 Menschen sterben in Nepal, weitere 1.000 in Indien und Bangladesch. In China ertrinken 3.300 Menschen. 1992 - In Pakistan gibt es 3.000 Tote und Vermisste, in China sterben 1.000 Menschen durch Überschwemmungen. (APA)