Wien - Prioritär würden nun Mittel für den Wiederaufbau nach der Hochwasserkatastrophe benötigt, daher könne die Steuerreform "in dieser Legislaturperiode nicht mehr gemacht werden": das sagte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) Mittwoch Abend in der "ZiB 2". Er hätte sich auch eine Entlastung für die Bürger gewünscht, aber "Vorrang hat nun der Wiederaufbau und die rasche und unbürokratische Hilfe". Eine Steuerreform sei daher frühestens 2004 möglich. Auch Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (FPÖ), deren Partei Mittwoch Abend zu einem Parteivorstand zusammen getreten war, sagte, es seien nun Prioritäten vor der steuerlichen Entlastung zu setzen. Sie betonte zwar, dass es eine Steuerreform geben werde - "daran ist nicht zu rüttel"- , diese nun aber einmal verschoben werden müsse. Nur 18 Abfangjäger Auch die Abfangjäger-Beschaffung wird aller Voraussicht nach etwas knapper als geplant ausfallen. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel betonte zwar in der "ZiB 2", man brauche die Flugzeuge, aber der Verteidigungsminister werde nun prüfen, ob ein Verschieben der Zahlungsziele um ein Jahr zu Gunsten des Ausbaus des Katastrophenschutzes möglich wäre. Und: der Verteidigungsminister werde einen Vorschlag machen, ob man 24 Flieger brauche oder auch mit einer geringeren Stückzahl auskomme. Noch deutlicher Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, die die Sitzung ihres Parteivorstandes für ein kurzes Statement vor Journalisten verließ: der FPÖ-Vorstand habe sich darauf geeinigt, dass budgetwirksame Ausgaben frühestens 2006 schlagend würden und die Stückzahl der Flugzeuge von 24 auf 18 reduziert werde. Damit wäre die langfristige Kreditabsicherung für die aktuelle Hochwasserhilfe gewährleistet. (APA)