Wien - Die Hilfe für die Opfer der Hochwasserkatastrophe hat auch für die Sozialpartner absoluten Vorrang vor allen anderen politischen Überlegungen. Das deponierten am Freitag der Präsident der Bundesarbeitskammer, Herbert Tumpel, und Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB. Aber, so beide im Gespräch mit der APA, zur Belebung der Konjunktur sei eine Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen notwendig. Auf einen Zeitpunkt für eine solche Steuerreform wollten sich weder AK noch ÖGB einlassen: Jetzt gelte es, den Opfern zu helfen. Sowohl ÖGB als auch AK haben sofort hohe Geldbeträge für die Opfer zur Verfügung gestellt, die Gewerkschaften bieten ihren Mitgliedern eigene Kredite an. Tumpel erhebt darüber hinaus drei Forderungen an Finanzminister Karl-Heinz Grasser: keine Kreditgebühr bei Darlehen an Hochwasseropfer, Arbeitgeberdarlehen auch über 7.300 Euro steuerfrei gewähren, unbürokratische Vorgangsweise bei den Finanzämtern. Kreditgebühr "Diese Forderungen müssen sofort realisiert werden", meint Tumpel, weil die Gefahr drohe, dass die traurigen Begleitumstände der Hochwasserkatastrophe mehr und mehr vergessen werden. Die Maßnahmen sollen künftig in Österreich generell für Opfer von Katastrophen gelten, regt der AK-Präsident an. Die Kreditgebühr für Arbeitgeberdarlehen beträgt derzeit je nach Laufzeit 0,8 bzw. 1,5 Prozent der Kreditsumme. "Bei einem Kredit von 100.000 Euro sind das mindestens 800 Euro, die der Betroffene zahlen muss", sagt Tumpel, "viel Geld für Betroffene, die nach dem Hochwasser jeden Euro zwei Mal umdrehen müssen". Aufwendungen zur Beseitigung von Katastrophenschäden sind als außergewöhnliche Belastung steuerlich absetzbar, aber: die Prüfungen in den Finanzämtern sind Zeit raubend und langwierig. "Wenn fest steht, dass das Geld für die Beseitigung von Katastrophenschäden verwendet wird, sollen die Finanzämter den Arbeitnehmern keine Hürden in den Weg stellen", fordert Tumpel. (APA)