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Die Abora II vor Zypern

Foto: REUTERS/Andreas Manolis
Alexandria/Kairo/Chemnitz - Der Chemnitzer Abenteurer und Experimental-Archäologe Dominique Görlitz (35), dem mit seinem Steinzeitboot "Abora II" in diesem Sommer eine Mittelmeerüberquerung gelungen war, will sein Schilf-Segelboot nun unbedingt vor dem Verrotten retten. "Wenn die Abora nicht innerhalb der nächsten vier Wochen konserviert wird, zerfällt das mit Wasser vollgesogene papyrusartige Material zu Humus", sagte Görlitz am Freitag in Kairo. Da er das Geld für die fachgerechte Konservierung des Bootes, das Indianer in Bolivien in seinem Auftrag gebaut hatten, noch nicht aufbringen konnte, ließ Görlitz die nach Zeichnungen aus dem 4. Jahrhundert vor Christus konstruierte "Abora II" Ende Juli schweren Herzens bei einem Professor in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria zurück. "Das Völkerkunde-Museum in Dresden hatte Interesse angemeldet, aber die haben dort nach dem Hochwasser wahrscheinlich erst einmal andere Prioritäten", glaubt der Biologielehrer aus Chemnitz, der mit seiner Lebensgefährtin Cornelia Cornelia Lorenz und sieben weiteren Besatzungsmitgliedern am 17. Mai von Alexandria aus innerhalb von 16 Tagen nach Beirut gesegelt war. Anschließend ging es mit dem 11,8 Meter langen Boot weiter nach Zypern. Auf der Rückreise nach Alexandria musste Expeditionsleiter Görlitz, dessen Ziel es war, mit der Reise zu beweisen, dass Seefahrer auf dem Mittelmeer bereits in der Jungsteinzeit gegen den Wind segeln konnten, schweren Herzens für die letzten 40 Seemeilen Schlepphilfe in Anspruch nehmen. "Wir hatten nicht genug Wind, um Ägypten innerhalb unseres Zeitplans zu erreichen und mussten schließlich alle an unsere Arbeitsplätze zurückkehren", erklärt er. Insgesamt legte die Abora-Besatzung 1.164 Seemeilen zurück. (APA/dpa)