Preßburg - In der Slowakei hat die Entlassung des ehemaligen Geheimdienstchefs Ivan Lexa aus der Untersuchungshaft aus formalen Gründen scharfe Kritik ausgelöst. Justizminister Jan Carnogursky bewertete die Entscheidung des Obersten Gerichts, Lexa wegen eines Formfehlers am Freitag auf freien Fuß zu setzen, am Samstag in Preßburg als "Ermunterung für Kriminelle jeder Art". Ministerpräsident Mikulas Dzurinda nannte die Entlassung Lexas eine "Schande". Lexa saß wegen Mordes, Korruption und Entführung in Untersuchungshaft. Das oberste Gericht der Slowakei hatte dem Regionalgericht, das die Inhaftierung Lexas angeordnet hatte, die Zuständigkeit abgesprochen. Lexa war nach zweijähriger weltweiter Fahndung am 14. Juli in Südafrika festgenommen und an die Slowakei ausgeliefert worden. Er soll auch im Jahre 1995 für die spektakuläre Entführung von Michal Kovac, dem Sohn des damaligen Staatspräsidenten gleichen Namens, verantwortlich sein. Lexa ist einer enger Gefolgsmann des heutigen Oppositionsführers und früheren slowakischen Ministerpräsidenten Vladimir Meciar. Meciar und Lexa hatten alle Beschuldigungen zurückgewiesen und von einer politischen Anklage gesprochen. (APA)