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APA/BARBARA GINDL
Wien - Es ist Anfang des Wochenendes und die Quecksilbersäule steigt über die 25-Grad-Grenze - eigentlich Badewetter. Doch auf der Wiener Donauinsel, wo sich um diese Zeit normalerweise die ersten Sonnenanbeter tummeln, sieht man nur Schlamm, Treibholz und tote Fische. Das Hochwasser geht zwar zurück und gibt wieder das Freizeitareal der Wiener langsam wieder frei, aber an Normalität ist noch nicht zu denken. Die Verpflegungsstationen bekommen an diesem Tag nur wenig Besuch: Einige Radfahrer, einsame Läufer oder Leute, die schauen, wie es mit dem Hochwasser aussieht, haben sich auf die "Insel" verirrt. Trotzdem sind die Container der Ersten Hilfe wieder besetzt. Auch die Polizei fährt mit ihren Dienstwagen auf den schmalen Wegen auf und ab, um nach dem rechten zu sehen. "Eigentlich sind wir immer am unteren Weg beim Wasser unterwegs, aber da kommt man durch das viele Treibholz gar nicht runter", meint eine Gruppe deutscher Radtouristen, die es sich bei den "Schilfhütten" der Surfschule bei der Jedleseer Brücke in Wien-Floridsdorf bequem gemacht hat. Und außerdem wissen sie nicht, ob das Betreten dort überhaupt schon erlaubt ist. Geschäft weg "Ist eh egal. Bis der Dreck weg ist, ist der Sommer auch vorbei und das Geschäft für die Wirte auch", erklärt ein älterer Herr bestimmt. Seine Begleiterin lächelt gequält. "Eigentlich ist es ein Wahnsinn, was das Wasser binnen einer Woche alles anrichten kann", sagt eine junge Frau, die ihren Hund "Tristan" am Schwimmen in der braunen Brühe des Entlastungsgerinnes hindern will. "Ich mag mir gar nicht vorstellen, was das Hochwasser in den Häusern angerichtet hat, wenn es hier schon so ausschaut", meint sie. Einzige Freude am dem angerichteten Schaden haben die zahlreichen Möwen. Sie nehmen auf dem schwimmenden Treibholz Platz und lassen sich treiben. (APA)