Berlin - Zur Bewältigung der Hochwasserkatastrophe wollen Politiker von SPD, Union, Grünen und FDP die Bevölkerung zu einer einmaligen Sonderabgabe verpflichten. "Ich bin für einen einmaligen Flut-Cent als Solidaritätsbeitrag für die Opfer des Hochwassers", wird der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Günter Nooke, in der "Bild am Sonntag" zitiert. Der bayerische SPD-Chef Wolfgang Hoderlein sagte: "Jeder Bundesbürger sollte zu einer einmaligen Abgabe verpflichtet werden, um den Menschen in ihrer Not zu helfen." Ähnlich äußerte sich dem Bericht zufolge auch die bayerische FDP-Vorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: "Sinnvoll wäre ein einmaliger, verpflichtender Beitrag der gesamten Bevölkerung. Jeder Bürger, der Steuern zahlt, überweist zehn bis 15 Euro als Akt der Solidarität mit den Opfern." "Alles auf den Tisch" Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Werner Schulz sagte der Zeitung: "Von Solidarpakt vorziehen bis zum Flut-Cent - alle Vorschläge müssen auf den Tisch." Auch der Chefvolkswirt der Allianz, Klaus Friedrich, sprach sich der Zeitung zufolge für einen einmaligen Pflichtbeitrag aller Steuerzahler aus, um den Wiederaufbau zu finanzieren. Der SPD-Fraktionschef Ludwig Stiegler regte im Hessischen Rundfunk eine "Sünderanleihe" für Steuerhinterzieher vor. Mit dieser so genannten Rückkehrhilfe könnten bis zu dreistelligen Milliardenbeträge aus dem Ausland zurückgeholt und für den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur in Ostdeutschland bereitgestellt werden. (APA)