Wien - Die Inflationsrate ist in Österreich auch im Juli weiter gesunken. Der Verbraucherpreisindex (VPI; 2000 = 100) betrug im Juli nach Berechnungen der Statistik Austria 104,6, der Indexstand des für die Euro-Zone maßgeblichen österreichischen HVPI (1996 = 100) 108,7 nach 108,8 im Monat davor. Freizeit/Kulturkosten spürbar über Vorjahr Inflationsdämpfend wirkte im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat (Juli 2001) nach wie vor die Nachrichtenübermittlung (-1,5 Prozent). Im Detail fielen die Preise für Telefondienstleistungen um 1,8 Prozent, jene für Telefon Festnetz und Mobiltelefone um je 2 Prozent. Gesundheitspflege (-0,5 Prozent) war laut Statistik Austria im Durchschnitt etwas billiger als im Juli 2001, wobei die Preise für medizinische Dienstleistungen durchschnittlich um 4 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Alle anderen Ausgabengruppen zeigten eine eindeutig steigende Preisentwicklung. Zu je einem Fünftel waren weiterhin "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" (+3,7 Prozent) und Ausgaben für Freizeit und Kultur (+2,5 Prozent) für die Steigerungen verantwortlich, gefolgt von den Bereichen Restaurants und Hotels (+3,4 Prozent) und Erziehung und Unterricht (+30,0 Prozent) mit einem Inflationsbeitrag von je einem Siebentel. Inflationstreiber Neben den Pauschalreisen (+6,2 Prozent) erweisen sich im Juli auch Freizeit- und Kulturdienstleistungen (+2,9 Prozent) im Jahresabstand als Inflationstreiber (Seilbahnen und Lifte +6 Prozent, Freiluftbad +7 Prozent, Touristische Attraktionen +7 Prozent, Ausstellungen und Museen +7 Prozent). Auch die Beherbergungsdienstleistungen (+5,4 Prozent) zeigten überdurchschnittliche Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahr (Übernachtungen im Ausland (Appartement) +11 Prozent, Hotelzimmer alle Kategorien +3 Prozent). Restaurants und Cafes wiesen eine durchschnittliche Preissteigerung von 3,0 Prozent auf und liegen damit zwar über der durchschnittlichen Teuerungsrate von 1,6 Prozent, aber deutlich unter den zuletzt fälschlicherweise von der Europäischen Organisation für Konsumenten kolportierten 20 Prozent. Ausverkauf Der mit Juli begonnene Ausverkauf zeigte die stärkste inflationsdämpfende Wirkung. Dafür verantwortlich waren Bekleidungsartikel (-6 Prozent) und Schuhe (-2 Prozent). Durchschnittlich sanken die Preise für Damenbekleidung um 6 Prozent (Damenjacke -15 Prozent, Damenkleid -11 Prozent), für Herrenbekleidung um 5 Prozent (Herrenjacke -10 Prozent) und für Kinderbekleidung um 6 Prozent (Kinder-T-Shirt -10 Prozent). Herren- und Damenschuhe wurden um jeweils 2 Prozent billiger (Damen- und Herrensommerschuhe -4 Prozent), Sportschuhe um 3 Prozent. Auch bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken (-0,5 Prozent) waren weiterhin leichte Preisrückgänge zu verzeichnen, die durch den weiteren Preisrückgang bei Gemüse einschließlich Kartoffeln (-6 Prozent) verursacht wurden (Kartoffeln -22 Prozent, Tomaten -13 Prozent, Zwiebeln -16 Prozent). Saisonal bedingt zogen die Preise für Pauschalreisen (insgesamt +7,9 Prozent; Flugpauschalreisen +14 Prozent) im Hauptreisemonat Juli weiter an. Die Ausgaben für Freizeit und Kultur wurden dadurch insgesamt um 1,8 Prozent teurer und jene für Beherbergungsdienstleistungen um 10,7 Prozent. Die Preise für Restaurants und Hotels erhöhten sich um 1,4 Prozent, Übernachtungen im Ausland (Appartement) verteuerten sich um +31 Prozent (Hotels alle Kategorien +3 Prozent). Index ohne Saisonware unverändert Der Index ohne Saisonwaren stieg im Juli im Jahresabstand um 1,7 Prozent, nach 1,8 Prozent im Juni-Juni-Abstand. Der Index der Saisonwaren ging dagegen um 1,6 Prozent zurück, nach einem noch stärkeren Minus von 3,5 Prozent im Juni-Juni-Vergleich. Den Index für den privaten Pkw-Verkehr ermittelte die Statistik Austria um 1,4 (0,6) Prozent über Vorjahr. Im Monatsabstand blieb der Index ohne Saisonwaren unverändert, der Index der Saisonwaren ging dagegen um 4,7 Prozent zurück. Der Index für den privaten Pkw-Verkehr, den die Statistik Austria im Auftrag von ARBÖ, AK, ÖGB, ÖAMTC und WKÖ berechnet, erhöhte sich von Juni auf Juli um 0,4 Prozent. Die harmonisierte Inflationsrate für Juli 2002 lag im Jahresabstand mit 1,5 Prozent (Juni ebenfalls 1,5 Prozent, Mai und April je 1,7 Prozent) weiterhin deutlich unter dem erwarteten Durchschnitt für die Währungsunion (Schnellschätzung von Eurostat). Der für Juli erwartete leichte Anstieg in der Vorausschätzung werde somit in Österreich nicht widergespiegelt, so die Statistik Austria. (APA)