Peking - Mit Kritik an der Menschenrechtslage in China und einem Appell für politische Reformen hat die Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Mary Robinson, am Dienstag ihren Besuch in Peking beendet. Vor ihrer Reise nach Kambodscha forderte sie auf einer Pressekonferenz unter anderem die Abschaffung der Umerziehungslager und die Freilassung politischer Gefangener. Sie warf Peking vor, den Kampf gegen den Terrorismus als Vorwand für ein schärferes Vorgehen gegen moslemische Uiguren zu nehmen. Beunruhigt zeigte sich Robinson über im Dezember erlassene neue Gesetze, die mehr Verhaftungen und Festnahmen erlauben, und die laufende Verbrechenskampagne "Hart Durchgreifen" (Yanda). Beides habe Auswirkungen auf die Minderheit der Uiguren und Mitglieder der in China verbotenen Kultbewegung Falun Gong. Die neuen Gesetze und die Kampagne führten zu mehr Festnahmen und auch zu einer verstärkten Anwendung der Todesstrafe. In ihren Gesprächen, darunter mit Vizeministerpräsident Qian Qichen, setzte sich Robinson auch für den Dissidenten Xu Wenli ein. Der Gesundheitszustand des unter Hepatitis B leidenden 59-Jährigen sei schlecht. Es sei an der Zeit, dass er freigelassen werde. Zur Lage der Tibeter sagte Robinson: "Es gibt wirklich Sorge, dass die Tibeter in Lhasa und anderen Gebieten zu einer Minderheit werden."(APA/dpa)