Boston – Forscher der University of Illinois, Chicago, haben aus einer antikanzerogen wirksamen Komponente in Brokkoli eine neue Schutzsubstanz entwickelt.

Wie die Wissenschaftler auf dem 224. Treffen der American Chemical Society (18. bis 22. August) berichten, habe die Komponente eine präventive Wirkung gegen Brustkrebs. Die "Brokkoli-Pille" könnte den Angaben zufolge in sieben bis zehn Jahren auf den Markt kommen.

Auftreten von Brustkrebs bei Ratten halbiert

Bei Tests mit weiblichen Ratten halbierte die Substanz "Oxomat" das Auftreten von Brustkrebs. Studien am Menschen wurden bislang noch nicht durchgeführt. Bestätigen diese aber die positiven Ergebnisse am Tier, könnte der Wirkstoff für die "Einmal tägliche"-Einnahme bzw. als Vitamin-Komponente zur Krebsprävention entwickelt werden. "Es ist vermutlich einfacher, eine präventiv wirksame Pille einmal täglich zu nehmen als eine Riesenportion der gleich wirksamen Menge als Früchte und Gemüse zu konsumieren", erklärte der Studienbeteiligte Jerry Kosmeder.

Oxomat macht die im Gewebe krebserzeugenden Gifte unschädlich

Oxomat wirkt wie die natürlich schützende Verbindung im Brokkoli, Sulforaphan. Sulforaphan macht die im Gewebe krebserzeugenden Gifte unschädlich, in dem es die Produktion der so genannten Phase-II-Enzyme anheizt. Phase-II-Enzyme besitzen eine detoxifizierende Wirkung und senken das Krebsrisiko. In höheren Dosen allerdings ist Sulforaphan selbst ein Toxin, so Kosmeder. Die Forscher entfernten daher aus der Verbindung einen Teil der giftigen Komponenten. Tests an kultivierten Leberzellen zeigten, dass Oxomat sieben Mal weniger toxisch ist als Sulforaphan. Oxomat lasse sich zudem einfacher herstellen als ihr natürlicher Verwandter.

Bislang ist Tamoxifen das einzige zur Brustkrebs-Prävention zugelassene Medikament

Bislang ist Tamoxifen das einzige von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassene Medikament zur Brustkrebs-Prävention bei Frauen mit äußerst hohem Risiko. Es besitzt aber eine gänzlich andere Wirkweise als Oxomat und wirkt bei Östrogen-abhängigen Tumoren. "Bei Tumoren, die nicht Östrogen-abhängig sind, schützt Tamoxifen mitunter nicht", so Kosmeder. Trotz aller Vorteile der "Brokkoli-Pille" fordert der Forscher dennoch zu einer gesunden Lebensweise auf, bei der die Krebsfaktoren wie Rauchen so gering wie möglich gehalten werden sollen. (pte)