Graz - Die "Erstmaßnahmen" der Feuerwehr nach dem Hochwasser in der Obersteiermark seien abgeschlossen, teilte die Bezirksfeuerwehrzentrale Liezen am Montag mit. Die Bahnverbindung Selzthal-Bischofshofen wird allerdings noch weiter unterbrochen sein. Das steirische Feuerwehrkontingent in Niederösterreich und Oberösterreich ist mittlerweile nach Hause zurückgekehrt. Länger im Einsatz werden die rund 1.250 Soldaten aus der Steiermark stehen, die im Katastrophengebiet in Niederösterreich und Oberösterreich tätig sind.Einsatz von 80 Wehren Mit dem Wochenende seien alle Feuerwehreinsätze in der Steiermark abgeschlossen worden, hieß es aus der Bezirkszentrale der Feuerwehr in Liezen. Man sei jedoch stolz, dass es reibungslos gelungen sei, während der vergangenen Woche "den Einsatz von 80 Wehren im größten Bezirk Österreichs" zu koordinieren. Die privaten Aufräumarbeiten in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten der Steiermark gehen laut dem Liezener Bezirkshauptmann Kurt Rabl voran. Man habe zusätzliches Personal abgestellt, um die Schadenskommissionen zu verstärken, die im ganzen Bezirk das Ausmaß der Hochwasserverwüstungen evaluieren, meinte Rabl. "Wir bemühen, die Abläufe rasch und unbürokratisch zu gestalten", erklärte der Bezirkshauptmann. Verbindung zwischen Selzthal und Bischofshofen Der ÖBB zu Folge wird man versuchen, die vom Hochwasser der Enns unterbrochene Verbindung zwischen Selzthal und Bischofshofen bis Ende August wieder herzustellen. Bis 23. August sollen voraussichtlich die Züge von Selzthal wieder bis ins salzburgische Hüttau fahren können, die Verbindung von dort zum Knotenpunkt Bischofshofen wird mit Schienenersatzverkehr sicher gestellt. Die Lücke will die ÖBB voraussichtlich bis 29. August wieder durchgehend mit Zügen befahren können. Aufräumarbeiten in den Gebieten Laut der Landesfeuerwehrzentrale in Lebring südlich von Graz seien rund 750 steirische Florianijünger in NÖ und OÖ im Einsatz gewesen, diese seien aber mittlerweile nach Hause zurückgekehrt. Nach wie vor im Einsatz stehen die steirischen Bundesheer-Kontingente. Das Aufklärungsbataillon 1 aus Gratkorn ist mit 520 Soldaten im Raum Kirchdorf an der Krems und Steyr im Einsatz, mit Pionierpanzern und Kranwägen werden Verklausungen bei Brücken beseitigt. "Die Menschen sind verzweifelt, aber sie sind auch wahnsinnig dankbar," beschreiben die Soldaten Stephan Bartos und Gerhard Zechbauer ihre Erfahrungen beim Aufräumeinsatz. Zuerst wurden Straßen von Schlamm befreit, nun werden Keller und Gärten gesäubert. An der Aufräumfront sind auch 140 Milizsoldaten, die eigentlich nach Allentsteig zu einer Übung hätten fahren sollen. Das Jägerbataillon 17 aus Straß arbeitet mit 320 Soldaten im Raum Spitz und Dürnstein in NÖ, das Jägerbataillon 18 aus St. Michael mit 430 Soldaten im Raum Schwertberg in OÖ und die Pionierkompanie aus Leibnitz mit 176 Soldaten im Raum Melk. Teile der steirischen ABC-Abwehrkompanie stehen mit einer Trinkwasseraufbereitungsanlage in Gmünd im Einsatz. Die jetzige Hauptaufgabe lautet: Speermüll abtransportieren sowie Häuser und Gärten vom Schlamm befreien. Laut Presseoffizier Andreas Rast fährt jeder Soldat wenigstens einen Tag in der Woche nach Hause, zur Erholung. "Das haben sich alle verdient,", so der Kommandant des Aufklärungsbataillons, Oberst Josef Hopfer. (APA)