Wien - "Alles, was zu retten war, ist gerettet. Jetzt beginnen die Mühen des Wiederaufbaus. Das ist jetzt die psychologisch heikelste Phase." - Dies erklärte am Montag der Chef des Instituts für Psychosoziale Forschung in Wien, der Psychiater und Psychoanalytiker Dr. Stephan Rudas. Das Institut biete Hilfe sowohl für die direkt Betroffenen als auch für die Helfer an.Zerstörte Existenzgrundlagen sind alleine sehr schwer zu verarbeiten Die psychische Situation bei den Opfern der Hochwasserkatastrophe laut dem Experten: "Jetzt beginnt die lange Strecke des Wiederaufbaus. Auch die großartigsten Helfer der ersten Phase kehren irgendwann einmal wieder an ihre Arbeitsplätze zurück. Doch gleichzeitig bleiben für die direkt Betroffenen auch die Zerstörungen, die zerstörten Existenzgrundlagen. Hier brauchen wir eine Kontinuität bei der Hilfe - nicht nur materiell, sondern auch in psychischer Hinsicht." Hilfe annehmen Auf der anderen Seite könnten sich laut Rudas gerade in diesen Tagen auch die Konsequenzen des in den Katastrophengebieten Erlebten bei den Helfern zeigen: "In der ersten Woche wird bei diesen Menschen das Helfen ein Teil des Verarbeitungsprozesses dessen, was man gesehen hat. Jetzt aber beginnt es sozusagen in den Helfern zu arbeiten. Diesen Menschen muss man sagen: Es ist keine Schande, wenn man selbst Hilfe sucht." Das gelte auch für Angehörige der psychologischen Hilfsdienste, die in den vergangenen Tagen in den Krisenregionen im Einsatz waren. (APA)