Brasilia - Der Mitte-Links-Kandidat für die brasilianische Präsidentenwahl, Ciro Gomes, hat für den Fall seiner Amtsübernahme Haushaltsdisziplin versprochen. Nach Gesprächen mit dem scheidenden Präsidenten des Landes, Fernando Henrique Cardoso, sagte Gomes am Montag vor Journalisten weiter, er werde erst nach einer Prüfung der offiziellen Dokumente seine Meinung zum jüngsten Kreditpaket des Internationalen Währungsfonds (IWF) äußern. Im Falle seiner Wahl wolle er die vom IWF genannten Finanzziele für 2003 einhalten, sagte Gomes. Der derzeit bei den Meinungsumfragen an zweiter Stelle stehende Kandidat versprach, "strikte Einhaltung und Respekt für Verträge und eine definitive Bindung an die Stabilität der Währung". Der IWF-Vertrag sei angesichts der Wirtschaftskrise in Brasilien "unvermeidlich" gewesen. Die Wirtschaftsberater des amtierenden Präsidenten Cardoso hätten ihm Zugang zu den Dokumenten versprochen. Der IWF hatte dem Land vor einigen Tagen eine neue Finanzspritze in der Rekordhöhe von 30 Milliarden Dollar (30,6 Mrd. Euro) gewährt. Der Fonds hatte an 24 Milliarden Dollar der Hilfsgelder Forderungen nach einer strengeren Haushaltsdisziplin geknüpft. Die linksgerichteten Kandidaten Luiz Inacio Lula da Silva und Gomes führen in Umfragen vor dem gemäßigten Kandidaten der Regierung, Jose Serra. An der Wall Street gilt Serra als bevorzugter Kandidat. Anleger fürchten, dass eine mögliche linksgerichtete Regierung die Stabilität des Landes gefährden und Brasilien in die Zahlungsunfähigkeit führen könnte. Der amtierende Präsident Cardoso will nach eigenen Angaben bei den Treffen mit den Kandidaten zur künftigen Wirtschaftspolitik ein klares Bekenntnis zur Haushaltsdisziplin erhalten. Das wirtschaftlich angeschlagene Brasilien hat Schulden im Volumen von 250 Milliarden Dollar. Die erste Runde der Präsidentenwahl soll am 6. Oktober stattfinden. (APA/Reuters)