Felix Wankel

war Zeit seines Lebens von Maschinen fasziniert, genoss jedoch nie eine technische Ausbildung. Über die Mathematik meinte er: "Mich stören die Formeln." So begann er eine Lehre als Verlagskaufmann im Verlag Carl Winter in Heidelberg und nützte die Gelegenheit, um Biografien von Technik- und Wissenschaftspionieren zu studieren.

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Stetes Daniel-Düsentrieb-artiges Schaffen

- hier Bilder von Wankel in seiner Heidelberger Werkstatt und dem dort enwickelten "Teufels-Käfer" - führt 1932 schließlich zur Anmeldung des ersten Patents - eine Abdichtung des Verbrennungsraumes. Vom NS-Regime ursprünglich eingesetzt, um Technikaffinität unter Jugendlichen zu fördern, kommt es zum Bruch. Wankel verbringt fünf Monate in Haft. Die Freilassung hat er Fürsprechern zu verdanken, seine Beziehung zur NSDAP reduziert sich dann auf technische Entwicklungsarbeit.

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Die Visionen Wankels,

der den herkömmlichen Hubkolbenmotor abfällig als "Schüttelhuber" bezeichnete, rotieren jedoch weiter in seinem Kopf, bis er es 1963 geschafft hatte: das erste Wankel-Serienauto, ein NSU Spider, feiert auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt Premiere.

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Vier Jahre später

erscheint der erste Mazda mit Wankelmotor: der Cosmo 110 Sport.

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1968 baut NSU den legendären Wankel-Ro80.

Ein wunderschöner, laufruhiger Wagen mit 110 PS und 180 km/h Spitze, gleichzeitig aber extrem reparaturanfällig. Anfang der 70er folgen Vertragsschließungen mit fast allen namhaften Fahrzeugherstellern:

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Daimler Benz,

VW, Rolls Royce, Porsche, GM, Toyota, um nur einige zu nennen. Und natürlich ...

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... Mazda.

Die Japaner setzten den Wankel-Motor auch in der Großserie, wie etwa im 1969er Mazda R100, ein.

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Die Zusammenarbeit von Wankel und Mazda

wurde 1961 durch Kenichi Yamamoto begründet. Er war es, der immer an das Konzept geglaubt hat. So kam es, dass von allen ursprünglichen Lizenznehmern einzig Mazda überblieb und eine ausgereiftere Variante des Rotationskolbenmotors für den Mazda RX-7 verwendet wurde.

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Der Kolben

- auch innerer Läufer genannt -, dessen Form einem Gitarrenplektron ähnelt (im Schema unten, im Vergleich zum klassischen Hubkolbenmotor), rotiert in einer ovalen, in der Mitte leicht eingeschnürten Kammer. Es entstehen drei Arbeitsräume, deren Rauminhalt sich während einer Rotorumdrehung ständig ändert. Dieses System macht Kurbelwelle und Ventile überflüssig und erlaubt geringeres Gewicht sowie kleine Abmessungen.

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Die Probleme

lagen seit jeher im Dichtungsbereich sowie im hohen Emissionsausstoß und Kraftstoffverbrauch. Das Motorenkonzept fand auch in Booten, Flugzeugen, Schneemobilen, Motorsägen und Motorrädern, hier eine Norton Interpol 2 von 1983, Anwendung.

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Der Le-Mans-Sieger von 1991,

der Wankel-Mazda 787 B, kann übrigens derzeit im Rahmen einer Ausstellung in Wankels Heimatort Lindau bestaunt werden. (Gregor M. Waidacher/red, AUTOMOBIL, 16.8.2002)

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Der Motor
Das Leben
Die Ausstellung

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