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Foto: Reuters/Will Burgess
Im Reich der Mitte wird weiter rekordverdächtig viel telefoniert. Peking hat seinen Telekombereich gestern als ein noch „leuchtendes Beispiel“ in einem ansonsten düsteren Weltmarkt herausstellen lassen, nachdem das Ministerium für Informationsindustrie (MII) die neuen Zahlen mit 201 Millionen Festnetzanschlüssen und 180 Millionen Mobiltelefonen für Ende Juli bekannt gab. 96 Millionen Neuanschlüsse Innerhalb eines Jahres seien in China 96 Millionen Neuanschlüsse (darunter 60 Millionen Handys) dazugekommen - zahlenmäßig mehr als die Hälfte aller weltweiten Neuzulassungen, so "Renim Ribao" ("Die Volkszeitung"). Tatsächlich war die Branche in den ersten sieben Monaten 2002 mit fast 29 Prozent Plus weiter Wachstumsführer. Mit bis Ende 2002 erwarteten mehr als 400 Millionen Festnetzanschlüssen und rund 200 Millionen Handys kommen 30,22 Telefone auf 100 Chinesen. Die Sättigungsgrenzen Damit stößt aber der vor allem städtische Markt an die Sättigungsgrenzen. Dutzende Anbieter, darunter die großen fünf - Motorola, Nokia, Ericsson, Siemens und Samsung -, müssen sich auf einen härteren Preiskampf und geringere Gewinnspannen einstellen. Sie versuchen mit Billigpreismodellen im extrem einkommensschwachen Markt der Landbevölkerung Chinas (800 Mio. Menschen) Fuß zu fassen. Hochrechnungen gehen für 2005 von etwas mehr als 500 Millionen Verbindungen aus, 60 Prozent Handys. "Auf dem Teppich geblieben" Die Parteipresse lobte Chinas Telekom, weil sie in den letzten drei Jahren "auf dem Teppich" geblieben ist. Sie hätte sich weder vom internationalen "Merging-Fieber" noch vom "superteuren Auktions-Run" auf die 3G-Technologie (UMTS) anstecken lassen, sondern ihre Infrastruktur ausgebaut und begonnen, ihr Monopol aufzulösen. Am chinesischen Markt seien noch "relativ gute Gewinne" zu erzielen gewesen.(Johnny Erling aus Peking/Der Standard, Printausgabe vom 21.8.2002)